Die Erfahrungen der Anderen oder Weisheit nach Karl

In dem einen oder anderen Beitrag habe ich schon von unserer Ausrüstung gesprochen. Daher ist es jetzt einmal an der Zeit, etwas darüber zu schreiben. Als vor 2 Jahren die Idee von einer längeren Segelreise aufkam (von Weltumsegelung war noch gar nicht die Rede), haben wir begonnen über die notwendige Ausrüstung nachzudenken.

Mit der Inspiration, einer Bavaria 35 Exclusive, Baujahr 1997, haben wir ein solides Schiff für unsere Reise gewählt, wobei gewählt auch relativ ist, denn die Jahre zuvor war ich Co- Eigner auf dem Schiff, bevor wir die Inspiration für unser Abenteuer ganz gekauft haben. So gesehen hatten wir schon das Schiff als Basis und das galt es jetzt auszurüsten.

Inspiration dafür war unter Anderem Doris von den Seenomaden (schaut euch deren Blog an, dass sind echte Weltumsegler und Salzbuckel, solche, denen wir nacheifern), denn ich hörte einen Vortrag der Beiden in Linz und Doris meinte auf der Bühne: „Leute denkt nicht darüber nach, fahrt los wenn ihr ein Boot habt, denn wir haben die unterschiedlichsten Menschen getroffen mit allen Arten von Booten, ob groß oder klein, fahrt los ..“. Jahre später sollte es bei uns soweit sein.

Mit viel Vorfreude und guten Ideen gingen wir an die Sache heran. Viel lesen war in den ersten Monaten angesagt, Bücher, Zeitschriften, Blogs von denen, die schon unterwegs waren. Schön langsam bekam ich ein Gefühl von „too much Information“, denn bald wurde mir eines klar: Bei jeder Ausrüstungsvariante gibt es Vor- und Nachteile, und, das hat mich doch etwas gewundert, es gibt bei vielen Themen echte Lager die sich in der Meinung diametral gegenüber stehen und auch dementsprechend argumentieren. Da viel mir ein langjähriger Freund und Fliegerkollege der ersten Stunde, der Karl ein. Karl sagte einmal zu mir: „Wer viel fragt, der geht viel Irr“. That´s it.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich viel auf den Seiten von Jürgen und Claudia Kirchberger (fortgeblasen.at) gesurft und auch schon viel von ihren Reisen und Abenteuern gelesen. Ich packte also alle meine Sorgen in ein Email und schickte es den beiden und die Antwort kam prompt. Claudia fragte mich, ob sie aus meinem Email einen Blogbeitrag auf fortgeblasen.at machen dürfe. Ja klar, was für eine Ehre! All unsere Fragen wurden beantwortet und ich atmete erstmals durch, denn das waren klare Ansagen aus praktischen Erfahrungen.

In der Folge bekam die Inspiration eine Sprayhood, dass ist der Spritzschutz über dem Niedergang und wir lieben ihn, denn wir sind dahinter windgeschützt, auch wenn es mal kachelt, und wenn mal eine Welle überkommt, bleiben wir ziemlich trocken. Das Beste ist allerdings, dass ich am Ankerplatz bei Regen trotzdem meine Zigarette genüsslich rauchen kann, ohne einen nassen Kopf zu bekommen.

Bobby Schenk war und ist ebenfalls eine Quelle an validen Informationen. Seine Webseite ist wirklich äußerst informativ. Das Wesentliche bei Bobby Schenk ist für mich jedoch, dass er die Themen kontroversiell behandelt. Er wirft das Licht der Erkenntnis von allen Seiten auf ein Thema und läßt seine jahrzehntelange Erfahrung mit einfließen. Danke dafür.

Zum Thema Watermaker haben wir auf Bobbys Webseite auf und ab gelesen, uns dann aber doch gegen einen Watermaker entschieden. Nicht, dass der nicht super wäre, aber der hätte definitiv dass Budget gesprengt. Anfangs, als ich darüber recherchierte, hatte ich das Gefühl, ohne den geht es gar nicht. Doch am Blauwasserseminar in Düsseldorf ist uns vieles klarer geworden. Sönke Roever, der Veranstalter, gab viel von seinen Weltumseglererfahrungen weiter, zeigte alternative Möglichkeiten auf und beleuchtete die Vor und Nachteile von verschiedenen Ausrüstungsvarianten.

Auf diesem Seminar lernte ich auch den sagenumwobenen Jimmy Cornell kennen, eine Weltumseglerlegende. In dessen Buch schreibt er viel über gute und unnütze Ausrüstung, über das ideale Schiff und Vieles mehr. Am meisten hat mir aber sein Resümee am Ende dieses Kapitels geholfen. Dort sagt er, es gebe nicht die perfekte Ausrüstung und man könne planen was man will, erst wenn man unterwegs sei käme auf, ob es eine gute oder schlechte Entscheidung war ( Übrigens hat mir Manu dass auch immer gesagt). Also statte man sich so gut wie es einem notwendig erscheint aus und fahre dann endlich los. Die Praxis zeigt schon ob es passt oder ob man noch nachbessern sollte.

Wo wir wieder bei Karl sind. Der Kreis schließt sich. Wir, Manuela und ich haben die Köpfe zusammengesteckt und ausgewählt was wir brauchen, was wir haben wollen und was „nice to have“ wäre.

Hier noch die Links :

Liebe Grüße!

Gerhard und Manuela

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