Endlich wieder auf See

Nachdem der Antrieb unserer geliebten Inspiration nun wieder „Tippi – Toppi“ war, freuten wir uns schon, bald aufbrechen zu können. Gestern Morgen kam noch unser roter Ferrari zum Einsatz, denn auch wenn wir im Hafen liegen, kochen wir (HiHiHi) meist selbst, was nach einer Woche an Land die Vorräte gewaltig schrumpfen lässt. Ein 24h Minimarkt um die Ecke versorgte uns mit all dem was wir für die nächsten Tage brauchen würden. Da dürfen neben den Klassikern der Lebensmittelpyramide natürlich Gute Laune Snacks für die Nachtwachen nicht fehlen. „Ist die Lage trist, der Skipper Schokolade ißt“.

Kurz vor der Abfahrt trafen wir nochmal Oskar und sein Team für ein „Gruppenbild mit Dame“. Es ist bemerkenswert, wieviele hilfsbereite Menschen man auf so einer Reise antrifft. Wir sind bisher überall freundlich und nett aufgenommen worden. In San Giorgio setzte der Mitarbeiter im Marinabüro alle Hebel in Bewegung, um uns mit Gas für den Kocher zu versorgen. Der Marinero auf der Insel Ustica gab mir, obwohl er kein Englisch sprach, mit Händen und Füßen die richtigen Anweisungen, damit ich den Anker zum Anlegen korrekt setzen konnte, oder die Sizilianer, die uns an der Tankstelle behilflich waren und so lange mit uns, ebenfalls mit Händen und Füßen, herumprobierten, bis unser Tank gefüllt war. Und schließlich hier Oscar und sein Team, sowie die wirklich hilfsbereiten Mitarbeiter der „Varadero Marina Salinas Torrevieja Werft“ welche uns wieder flott machten. Wir finden das einfach toll!

Wieder zurück an Bord warfen wir den Motor an, auf den ersten Zucker erwachte dieser sofort zum Leben. Diesmal legten wir auch a´la Johnny Lässig ab und es klappte. Nicht dass wir nicht ablegen könnten, aber wie halt auch anderswo im Leben geht ein Manöver manchmal in die Hose, wie sich wenige Minuten später an der Tankstelle offenbarte. An dem langen Pier der Tankstelle lag bereits ein kleines Motorboot, fast genau in der Mitte der Pier, denn da ist es ja am Schönsten (genauso wie auf der mittleren Spur der Autobahn). Dahinter war zwar genug Platz für die Inspiration, jedoch im Anfahrtsweg befanden sich die Mooringleinen einer größeren Yacht, wir mussten also in einem S – Bogen an den Pier heranfahren. Der Wind war auflandig, dass war prinzipiell gut, denn nach dem Abstoppen würde es das Boot von selbst gegen die Pier drücken und wir müssten daher nicht eindampfen.

Ich wollte es besonders gut machen und fuhr das „S“ so, dass wir ganz knapp zur Pier, aber eben ein wenig davor ankamen. Der Inspiration drohte durch eben diesen auflandigen Wind mit der Ecke der Pier zu kollidieren. Manuela reagierte sofort und drückte einen Fender dazwischen. Das Manöver war Mist, dank Manu´s schnellem Eingreifen hat nur der Stolz des Skippers und nicht die Inspiration Kratzer abbekommen. Wie heißt es so schön: „Wenn du hinfällst, aufstehen, Krönchen richten (Stichwort „Ballerinas“) und weitergehen“.

Vollgetankt, für günstige 1,5 € pro Liter, ging es aus dem Hafen hinaus. Die Inspiration zog mit ihrem jetzt glatt polierten Rumpf voll Abenteuerlust dem offenen Meer entgegen. Anfangs wollten wir nur eine Stunde mit der Maschine fahren, um den Motor nochmals zu testen, doch der Gegenwind und die anschließende Flaute machten uns einen Strich durch die Rechnung. Ganze 24 Stunden mussten wir als „Motorboot“ unterwegs sein, bevor genug Wind aufkam um die Segel zu setzen. Alle Welt spricht von einer Weltumsegelung, doch bisher steht es bei uns zumindest 50:50 was Fahren unter Segeln bzw. unter Maschine anbelangt. Das tut dem Abenteuer keinen Abbruch, schlägt sich im Geldbeutel jedoch nieder.

So fuhren wir mit Motor in die Nacht hinein, teils mit bisher ungeahnten Geschwindigkeiten, was uns ein gutes Stück näher an unser Etappenziel brachte. Zuvor schenkte uns die See noch einen atemberaubenden Sonnenuntergang, sie schien zu sagen „Schön dass ihr wieder da seit! Die Nacht hatte aber noch mehr auf Lager. Um den vorgegebenen Kurs gut zu halten, orientierte ich mich an einem Gestirn. Dieser “ Stern“ funkelte nicht, sondern leuchtete einfach konstant, was ein Zeichen dafür war, dass es sich um einen Planeten handelte. Ein Blick in die App „Star Walk“ offenbarte, dass es die Venus war. Wir folgten der Venus, bis sie ähnlich wie die Sonne zuvor am Horizont unterging. Sorry für das verwackelte Bild.

Nach dem opulenten Frühstück haben wir die Genua rausgeholt und seither ziehen wir flott dahin, Steuermann ist Mr. Breezzzy. Das bedeute für uns, dass wir zu dem gemütlichen Teil übergegangen sind. Wir sitzen im Cockpit, genießen die Sonne und freuen uns über unser Glück. Obwohl wir wieder etwas weiter südlich sind, hat es merklich abgekühlt. Das mag an dem Tief über Italien liegen, dass jetzt dankenswerterweise von einem Hoch über Gibraltar verdrängt wird. Ja ich weiß, wir jammern auf hohem Niveau, denn dem Vernehmen nach schneit es zuhause schon. An unserer Steuerbordseite zieht das Kap „Capo de Gata“ vorbei eine wilde, jedoch sehr ansprechende Landschaft. Danke Jutta, für den Tipp, hier nahe der Küste zu fahren.

Unser Etappenziel ist natürlich Gibraltar, doch wir machen noch einen Abstecher nach Marbella. Dort befindet sich gerade Reinhard, ein Freund aus unserer Heimatstadt Steyregg. Gemeinsam werden wir einen netten Abend verbringen, bevor wir die letzten 30 Seemeilen in die Straße von Gibraltar in Angriff nehmen. In Marbella werden wir auch den „Wal-Pal“ in Betrieb setzten, Das ist ein Sender, der hinter dem Boot nachgezogen wird, um Orcas fernzuhalten. Derzeit befindet sich diese Population von Orcas zwar an der portugiesischen Küste nahe Lissabon, doch es schadet nicht, vorbereitet zu sein.

So! da Mr. Breeezzzy alles unter Kontrolle hat, der Kurs passt und wir gute Fahrt machen, ist es Zeit für Kaffee und Kuchen. „Ähhh Manu! Könntest du vielleicht …..“, nein Kaffee bekomme ich auch hin!

Bis Bald! Alles Liebe!

Gerhard und Manuela

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Vielen Dank!
Gerhard und Manuela!

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