Mittlerweile hatte hinter uns, wir befanden uns nach wie vor in der Carlisle Bay vor Bridgetown, Barbados, eine große Motoryacht den Anker geworfen. Dem Baustil nach handelte es sich wohl um ein in die Jahre gekommenes Modell, was ihrer Schönheit jedoch keinen Abbruch tat. Man sah ihr das Alter an dem einen oder anderen Rostfleck schon von Weitem an und dennoch ging etwas schicksalhaftes von Ihr aus. Grund genug, ein wenig zu recherchieren.

Claudi von der Paloma Grande hatte schnell herausgefunden, dass es sich dabei um die Christina O. handelte. Dieses Schiff lief 1943 als „Anti Uboot“ Fregatte der kanadischen Marine vom Stapel und erhielt den Namen „Stormont“. Sie war an der Landeoperation der Alliierten in der Normandie beteiligt. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges erwarb der griechisch argentinische Reeder Aristoteles Onassis das Schiff um 34.000 US$ und investierte weitere 4 Millionen $ in den Umbau zur Superyacht. Das Who is Who der damaligen Zeit sollte sich in den folgenden Jahren auf der Christina O ein Stelldichein geben. Grace Kelly, Winston Churchill, Fürst Rainier der 3. von Monaco, Greta Garbo, John F Kennedy, Liz Taylor und Frank Sinatra, um ein paar der illustren Gesellschaft zu nennen, waren Gast an Bord der Superyacht.
Im Jahr 2000 wurde die Christina O. nochmals um 65 Millionen Dollar in Stand gesetzt und ist heute im Besitz eines irischen Geschäftsmannes, welcher die Superyacht an betuchtes Publikum verchartert.
Es wurde Zeit, Barbados zu verlassen. Wir legten an der Paloma Grande längsseits an und füllten unsere Wassertanks auf. Im Gegensatz zur Inspiration verfügte die Paloma Grande über einen leistungsstarken Wassermacher und so nahmen wir das freundliche Angebot von Uli gerne an, bei ihm unseren Vorrat an Brauchwasser zu tanken. Trinkwasser hatten wir von der Atlantiküberquerung noch genug. Von dem auf Lanzarote und Kap Verden angelegten Vorrat von 240 l in 8 Liter Kanistern waren noch ca. 100 Liter übrig, also genug um noch ca. einen Monat nicht nachkaufen zu müssen. Als die Betankung bei unserem „Mutterschiff“ abgeschlossen war, lösten wir uns von der Paloma Grande, winkten zum Abschied und setzten Kurs aus der Carlisle Bay in Richtung St. Lucia. Am Vormittag zuvor erledigten wir wieder die Formalitäten am Kreuzfahrtterminal, die wiederum ähnlich umständlich wie bei der Einreise waren. Doch diesmal ließ uns die Erfahrung schon ganz entspannt an die Sache herangehen.
Manu war mitgekommen und während Claudi nach mir im Immigration Office verschwand und Manuela sich anschickte Kaffee für uns zu holen, setzte ich mich auf eine Bank vor der Duty Free Halle. Ich beobachtete das bunte Treiben der ankommenden Kreuzfahrttouristen und zündete mir zur Entspannung eine Zigarette an. Als ich da so saß und guckte, vernahm ich hinter mir Geschrei. Es wahr wohl Englisch, doch dieses für mich immer noch schwer verständliche kreolische Englisch , dass uns noch auf mehreren Inseln begegnen sollte. So konnte ich auch nicht ausmachen, dass ich und noch ein anderer, hinter mir stehender, ebenso dem Nikotin verfallener Toruist gemeint waren. Als die Dame der Port Security auf uns zugestürmt kam, verstanden wir beide ihre Worte „Stop Smoking immediatly, Sir!!!!!!!!“. Ich wollte tun wie geheissen, wurde aber in meinem Vorhaben mit den Worten „Not this way“ gestoppt. Ich sollte die Zigarette ausdämpfen und dann einstecken, nicht wie mein es mein Plan war nach dem Ausmachen in den mir nahe gelegenen Mistkübel werfen. Es folgte der Hinweis, dass der Kreuzfahrtterminal auf einem riesigen Treibstofftank erbaut wurde und mit fuchtelnden Gesten wies die Dame auf ein, für die Größe des Platzes vergleichsweise winziges und etwas verstecktes „No Smoking“ Schild hin. Zufrieden, die Übeltäter in die Schranken gewiesen zu haben, zog sie mit geschwellter Brust von Dannen. Nicht das 20 Meter neben mir andere geraucht hätten, selbige standen offensichtlich nicht mehr auf dem Treibstofftank. Manu und Claudi waren mittlerweile zurück, wir machten uns auf den Weg zur Ausfahrt um jetzt endlich in den Genuss einer Zigarette zu kommen. Wir sahen uns vorher um ob igrendwo Verbotsschilder waren und stellten fest, dass wir nicht die Einzigen sein würden, die hier dem blauen Dunst frönten. Schnell holten Claudi und ich die Ziggis raus und machten die ersten genüsslichen Züge, um, am Ausgang angekommen, sofort von 2 dort stehenden Taxifahrern darauf hingewiesen zu werden, das Rauchen hier „strictly vorbidden“ war und ein Verbrechen darstellen würde. In diesem Moment traten wir aus dem Gelände des Terminals hinaus und waren in Freiheit, zumindest in „Raucherfreiheit“.


Wir holten die Genua aus ihrem Schlaf und segelten an der Chirstina O vorbei. Obwohl wir uns redlich bemühten konnten wir keinen Blick auf etwaige Prominenz erhaschen und so fuhren wir dem karibischen Meer entgegen. Kurs direkt St. Lucia. Wie sich herausstellen sollte, ist der direkte Weg beim Segeln nicht immer der Schnellste. Uli und Claudi, welche wegen kleinerer Reparaturen am Beiboot noch einige Stunden in der Carlisle Bay verbrachten, sollten St. Lucia vor uns erreichen, denn sie nutzten die Landabdeckung von Barbados aus und setzten erst dann Kurs St. Lucia.
Mit etwas eingereffter Genua bahnte sich die Inspiration ihren Weg. Auf unserer Backbordseite zog der Kreuzfahrtterminal in einiger Entfernung vorbei. Einige große Pötte hatten dort festgemacht und wir mussten feststellen, dass 2 dieser schwimmenden Städte ihr „Kessel“ unter Dampf gesetzt hatten. So verwunderte es uns nicht, dass ca, 30 Minuten später hinter uns die Nebelhörner erklangen und sie damit das Verlassen des Docks ankündigten. Zuerst war es ein etwas kleineres, norwegisches Kreuzfahrtschiff, dass, wie sollte es auch anders sein, Kurs auf die Inspiration nahm. Damit gleich gar keine Missverständnisse aufkamen, griff ich zum Funkgerät und kontaktierte die Brücke des Kreuzfahrers. Wir tauschten uns über die geplanten Kurse aus und ich stellte sicher, dass ich nicht im Weg war. Die Genua war zwar nicht durch einen Baum fixiert, dennoch wollte ich einen Kurswechsel vermeiden. Keine halbe Stunde später vernahmen wir das Nebelhorn der „Odessy of the Seas“ einem wirklichen Giganten, 300m lang. Was glaubt ihr, wohin dieser fuhr? Natürlich legte er seinen Kurs auf uns zu und beschleunigte auf ca. 10 Koten. Mir kam der vage Verdacht, dass es mittlerweile bei den Kreuzfahrern eine buchbare Option war, auf die Inspiration zuzufahren, gegen Aufpreis versteht sich.
Das selbe Spiel wiederholte sich. Ich griff zum Funkgerät und rief „Odessy of the Seas, Odessy of the Seas, Odessy of the Seas! – This is Inspiration, Inspiration, Inspiration“. Ob der unglaublichen Größe dieses Schiffes fragte ich höflich, ob sie mich bemerkt hätten, was bestätigt wurde. Weiters teilte ich ihnen mit, dass wir unter Segeln seien und fragte wiederum sehr höflich, ob es für sie ok sei, wenn ich meinen Kurs halten würde, was ebenso höflich bestätigt wurde. Ob die Odessy für uns ihren Kurs anpasste, kann ich nicht sagen. Jedenfalls änderte sie diesen um 1, 2 Grad nach Norden und schob sich beschleunigend an uns vorbei. Auf den Umstand dass wir als Segler in dieser Situation ohnehin Vorrang hätten geben wir in der Zwischenzeit gar nichts mehr, denn diese Giganten brauchen Raum zum Manövrieren und ein etwaiges Ausweichmanöver ist für uns viel einfacher auszuführen. Ausserdem bestätigt sich hier die heimatliche Redensart „Durch Reden kommen die Leut zusammen“ auf ihre beste Art und Weise.



Die weitere Fahrt nach St. Lucia verlief relativ ereignislos. Als die steil aufragenden, grünen Hügel der Küste zu erkennen waren, stellten wir einhellig fest, dass das die Karibik war, die wir uns in unseren Träumen vorgestellt hatten. Schnell holten wir das Handy heraus, riefen den Soundtrack von „Fluch der Karibik“ auf und ergötzten uns im Klang dieser abenteuerlichen Musik an der wilden Landschaft. Wunderschön. Wir erreichten Soufriere Bay an der Westküste von St. Lucia einige Stunden nach der Paloma Grande. Der markante Berg Piton, Namensgeber für ein auf der Insel gebrautes Bier war schon von Weitem zu erspähen. Einige Meilen vor dem Ankerplatz raste uns ein Schlauchboot mit 2 sogenannten Boatboys entgegen. Sie drehten hinter der Inspiration ein und begrüßten uns mit einem herzlichen „Welcome in Paradise!“.
Es sollte sich herausstellen, dass sie uns beim Anlegen an der Boje behilflich sein sollten. Auf die Frage, was wir ihnen schuldig seien, winkten sie ab und meinten nur, wenn wir bei ihnen eine Inseltour buchen würden, wäre der Service gratis. Wir haben sie später fürstlich entlohnt, nachdem sie uns (Claudi und mich) zur Immigration gebracht haben.
Als wir das Zoll/Gesundheitsbüro betreten hatten, war es kurz nach 15:00 Uhr, also noch rechtzeitig, denn um 16:00 Uhr wären die Ämter geschlossen gewesen. Bei den Behörden lief im Wesentlichen der selbe Prozess wie in Barbados ab. Papier um Papier wurde von uns händisch ausgefüllt, um fünf Meter weiter bei der nächsten Stelle das Selbe wieder zu tun. Dieses Prozedere sollte nur in den französischen Übersee Departements anders sein, einfacher, weil es bereits online vorausgefüllt werden konnte. Im Ausgleich dazu hat sich auf diesen Inseln die Buchung eines Marinaliegeplatzes als sehr komplex herausgestellt. Als wir Beide hier alles erledigt hatten, schritten wir zur Immigration, welche in der nebenan liegenden Polizeistation untergebracht war. Mittlerweile war es 16:00 Uhr geworden, was den Polizisten veranlasste, auf eben diesen Umstand hinzuweisen und das damit eine sogenannte „Overtime – Fee“, also eine Strafgebühr für zu spätes Eintreffen in der Höhe von 150 ostkaribischen Dollar, umgerechnet 50 Euro fällig wären. Wären wir am nächsten Morgen wiedergekommen, hätten wir uns diese Gebühr sparen können, doch hätten wir und die Crews das Land nicht betreten dürfen, also keine Option. Die sind hier wirklich kreativ mit den Sondergebühren. In Barbados mussten wir Anlegegebühr (im Kreuzfahrtterminal) bezahlen, obwohl unsere Schiffe weit entfernt vor Anker lagen. Was soll´s, Welcome to Paradise ist das Motto.



Am nächsten Tag fuhren wir gemeinsam an Land um eine kleine Ausflugstour zu den heißen Schlammquellen und einem Wasserfall zu machen. A’la „Pack die Badehose ein, nimm dein…“ stiegen wir in ein Taxi, dass uns samt Tourguide zuerst durch den Ort Soufriere und dann über mehr oder weniger gut ausgebaute Straßen zu den „Hot Pots“ chauffierte. Diese „Hot Pots“ sind in einer Kaskade arrangierte Wasserbasins, welche aus den heißen, schwefelhaltigen, vulkanischen Quellen der Insel gespeist werden und zusätzlich mit einem schlammigen Sediment durchsetzt sind. Rund um die Becken befinden sich Amphoren, welche hellen und dunklen, gut haftenden Staub enthalten. Mit diesem bedeckt man sich um dann in den wirklich warmen Pools zu verweilen. Dem Heilschlamm wird die Wirkung eines Jungbrunnens nachgesagt und ich denke, ich sehe wieder 10 Jahre jünger aus, das liegt vielleicht aber auch einfach an meinem, zur Freude von Manuela (HiHiHi) immer länger werdenden Kinnbart. Als bekennender Warmduscher und Heißbader hätte ich den ganzen Tag in diesen Pools verbringen können, doch wir wollten noch zu dem Wasserfall weiter.



Ebenso wie bei den „Hot Pots“ mussten wir beim Wasserfall Eintritt bezahlen. Da sich meine Mitreisenden nicht durchringen konnten, ins vermeintlich kühle Nass zu springen, war es an mir, für ein episches Foto unter dem Wasserfall zu posieren. Es war dann auch nicht wirklich kalt, aber hart, zumindest das Wasser das aus ca. 15 Meter Höhe auf mich herunterstürzte fühlte sich so an. Trotzdem wiederholte ich das Ganze nach einer kurzen Pause, denn es hatte was Abenteuerliches und das ist es schließlich was wir sind: Abenteurer. Es blieb noch ein wenig Zeit die Umgebung zu betrachten. Wenn man sich die extra gebaute Anlage wegdachte, war es paradiesisch hier. Mitten im Dschungel gelegen umrankten exotische Pflanzen den Wasserfall. Es lud zum weiteren Erforschen ein, doch ist das, wie auch bei den „Hot Pots“ nicht erwünscht und bringt einem sofort einen Rüffel ein, wie wir bei anderen Touristen beobachten konnten. Einfach so in den Dschungel zu gehen ist wohl auch ein wenig riskant, da hier die „Martinique Lanzenotter“ heimisch ist, deren Biss als lebensbedrohlich eingestuft wird.
Auf der Rückfahrt klärte uns der Tourguide über den glücklichen Zufall auf, dass genau an dem Tag, an dem wir mit ihm unterwegs waren, sein Geburtstag war und er sich natürlich über ein, diesem Anlass entsprechend, üppiges Trinkgeld freuen würde. Auf die Frage, was er denn als angemessen ansehen würde, rief er einen Betrag aus, den ich gar nicht nennen möchte, doch Stand er in keiner Relation, vor Allem nicht zu seiner , wie sagt man, ausbaufähigen Tourbegleitung. Wir gaben ihm dann ein Trinkgeld, für das man sich nicht zu schämen braucht, auch wenn dieses nicht in den lichten Höhen seiner Vorstellung lag. Zurück in Soufriere Bay saßen wir noch mit anderen Seglern zusammen in einer Bar und ließen mehrere Biere unsere mittlerweile trockenen Kehlen hinunterlaufen. Manu freute sich über ein Hühnchen (auf dem Teller, versteht sich), von dem ich natürlich auch ein, zwei Bissen abbekam. Den Landgang nutzen wir noch für nötige Einkäufe, bevor wir auf unsere Schiffe zurückkehrten.


Am nächsten Morgen fuhren wir mit unseren Yachten nach Norden. Uli übernahm die Vorhut und entdeckte einen einsamen Strand, vor dem er seinen Anker so platzierte, dass auch die später eintreffende Inspiration noch Platz fand. Wir „Ösis“ brauchen am Morgen einfach ein wenig länger als unsere Schwarz – Rot – Goldenen Kollegen. Vom Ambiente her war der neue Ankerplatz herrlich. In sicherer Wassertiefe lagen wir vor einem Strand, welcher sowohl über Klippen als auch Kokospalmen, einen verwunschenen Fluss, ein Riff, das zum Schnorcheln einlud, sowie herrlich feinen Sand verfügte und das noch ganz für uns Allein. Ganz die Abenteurer, die wir waren, stürzten Uli und ich uns in die Fluten, um das „unentdeckte“ Land zu erkunden. Wir waren beide so begeistert, das wir den Entschluss fassten, länger hier zu bleiben. Dieser währte jedoch nur bis zum nächsten Morgen, denn in der Nacht offenbarte sich die wahrhaft dunkle Seite dieses Ortes. Schwell! Während der gesamten Nacht schaukelte das Boot derart in den Wellen hin und her, dass wir uns wieder auf der Atlantiküberquerung wähnten. Schweren Herzens zogen wir am Morgen den Anker ein. Auch das war nicht der paradiesische Strand, an dem Alles so perfekt war, um tagelang zu bleiben. Werden wir diesen Traumstrand je finden ?
Unser nächstes Ziel war Marigot Bay. Viele Buchten auf den unterschiedlichsten Inseln tragen diesen wohlklingenden Namen. Oft stellte ich mir die Frage, schon zuhause im winterlichen Österreich, die Seekarten vor dem knisternden Kamin ausgebreitet, was wohl die Bedeutung sein könnte. War es ein berühmter Seefahrer, ein hochverehrter Gouverneur, möglicherweise ein Wohltäter? Nun war es an der Zeit, der Sache auf den Grund zu gehen, bevor unser Anker „Marigot“ Boden berührte. Etwas ernüchtert stellte ich fest, dass es sich um eine ganz banale Geländebezeichnung handelte. „Marigot“ bedeutet Sumpf, so war die Realität. Wie sich zeigen sollte, würden wir noch sehr oft in diesen Sümpfen vor Anker gehen.



Marigot Bay auf St.Lucia war es auf jeden Fall Wert besucht zu werden. Als wir die Segel bargen und unter Maschine auf die Einfahrt zusteuerten, waren schon Palmen, Sand und die für die nördlichen Inseln so typischen, beeindruckenden, bewaldeten Felsformation zu erkennen. Auf der Suche nach einem geeigneten Ankerplatz wurden wir an der Nordwestseite der Einfahrt fündig. In 6 Meter Wassertiefe grub sich unser Anker wie üblich sofort in den Sandboden und hielt perfekt. Als Anker verwenden wir einen „Ultra“, ein Anker, der in seinem Schaft eine Bleifüllung hat und wohl deswegen und seiner From sehr gut in verschiedenen Untergründen hält. Wir sind sehr zufrieden mit unserem Anker und konnten uns bisher immer auf ihn Verlassen.



Gegenüber, an dem südöstlichen Ufer der Einfahrt waren Bojen gesetzt, doch hofften wir vor Anker nichts bezahlen zu müssen und so sollte es dann auch sein. Die Paloma Grande hatte den Ankerplatz natürlich vor uns erreicht und sich einen Platz ein wenig weiter ausserhalb gesichert. Einige Stunden vor Sonnenuntergang holten uns Claudi und Uli mit ihrem „Whally“ ab, um gemeinsam die innere, völlig Wind und Wellen geschützte Bucht zu erkunden. Diese fast rundherum geschlossene Bucht wird auch als sogenanntes „Hurricane Hole“ bezeichnet. Ein „Hurricane Hole“ ist ein besonders geschützer Ort, wo man auch einen durchziehenden Hurricane weitgehend sicher abwettern kann. Allerdings haben die jüngsten Hurricanes gezeigt, dass auf diesen Umstand nicht wirklich Verlass ist. Das merkten wir auch, als wir tiefer in das „Hurricane Hole“ vordrangen, denn dort lagen, an den Mangroven verankert, zwei Segelyachten, welche schwere Schäden aufwiesen und wohl aufgeggeben wurden. Die beste Art mit einem Hurricane umzugehen bleibt wohl immer noch, einfach nicht dort zusein. Da sich die Hurricane Saison offensichtlich verändert und im letzten Jahr der erste Wirbelsturm schon im Juni seine verheerende Bahn durch die Karibik zog, werden wir diese Eilande auch schon Ende April verlassen und uns auf den Weg nach Panama begeben.



Trotz der Wracks war es ein wunderbarer Ort. An den Docks waren 2 Superyachten vertäut, sowie einige Segelyachten, die sich daneben fast als Beiboote ausnahmen. Zu unserer großen Freude befand sich an der Vorderseite (Westen) der Docks eine Bar, in der sicher auch schon Captain Jack Sparrow den einen oder anderen Rum getrunken hatte und so war es für uns natürlich ein Akt der Seemanns/Seefraus-Ehre, es im gleich zu tun. Das Glück war uns hold und so bestellten wir in den letzten Minuten der „Happy Hour“ acht Cocktails zum Preis von vier (für vier Personen). Wir gesellten uns zu vermeintlich anderen Seglern an einen großen runden Tisch direkt am Wasser, stießen auf unser Glück an und erfreuten uns an der untergehenden Sonne, welche die Bucht in ein magisches Licht tauchte. Ich kam mit den schon am Tisch Sitzenden ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass es gar keine Sgeler waren, sondern zugereiste Bewohner , welche sich hier auf der Insel, in traumhafter Lage oben am Berg, thronend über der Marigot Bay, ein Heim geschaffen hatten. Das Pärchen war aus Maine, USA und war nur im amerikanischen Winter hier. Er zeigte mir auch Bilder von der Überwachungskamera seines Hauses in Maine, auf welchen ein tief verschneiter Pickup in winterlicher Landschaft zu sehen war. Der andere Sitznachbar entpuppte sich als Südafrikaner, der sich entschlossen hatte, hier seinen Lebensabend zu verbringen. Auf die Frage, wie groß denn sein Haus sei, antwortete er ganz trocken :“Not very big, only 5 bedrooms, but with a view over the hole bay; nice little house“.




Wir verbrachten noch einige, schöne Tage in der Marigot Bay, bevor wir aufbrachen. Hier sollten sich nun unsere Wege für einge Tage von der Paloma Grande trennen, denn Claudi und Uli wollten noch nach Rodney Bay im Norden der Insel, während wir uns entschlossen hatten, gleich nach Martinique zu segeln. Das Ausklarieren gestaltete sich als überraschend unkompliziert. Obwohl die Port Authority nicht vor Ort war, versicherte mir die Polizistin im Immigration Büro, sie würde den Kollegen mit meinen Unterlagen versorgen und ich könne schon guten Gewissens abfahren. Was für eine angenehme Überraschung! So hoben wir unseren Anker und tuckerten unter Winken und Rufen an der Paloma Grande vorbei. Wir machten uns auf die vermeintlich nur sechs Stunden dauernde Überfahrt nach Martiniuqe, welche dann doch über zehn Stunden in Anspruch nahm und uns zwang, in der Nacht ins Ankerfeld zu fahren. Doch darüber lest ihr mehr im nächsten Beitrag!




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