Martinique – Zurück nach Europa?

Wir machten uns also auf den Weg nach Martinique. Wir wählten wieder den direkten Kurs der uns flugs in einige Entfernung zu St. Lucia führen sollte. Das war auch so gewollt, da ich weiter draußen bessere Winde erwartet, was auch genau so eintraf. Wie vorhergesagt, hatten wir auch eine von den Passatwinden gebildete Welle, welche sich vor allem nach Verlassen der Landabdeckung von St. Lucia voll entwickeln sollte. Die Winde nahmen rasch an Geschwindigkeit zu, was uns veranlasste, die Genua einzureffen. Wir fuhren am Wind, teils hart am Wind, mit unserem Vorsegel auf 40 Prozent der Größe eingestellt, was uns mit ca. 4-5 kn vorankommen ließ. Es war eine ungemütliche Fahrt, da Wind und Welle wieder einmal nicht aus der selben Richtung kamen. Leider stellte sich bald heraus, dass die Winde, welche bisher aus Osten kamen, ein wenig in nördliche Richtung drehten. Das würde bedeuten, dass wir nicht wie geplant mit einem Schlag nach Martinique kämen, sondern noch zweimal wenden müssten. Somit war der Zeitplan dahin, wir haben ohnehin schon aufgegeben, Pläne zu machen.

Manch einer mag sich wundern, dass wir meist relativ wenig Segelfläche fahren. Das hat einerseits damit zu tun, dass wir mittlerweile hauptsächlich die Genua benutzen, da die am Einfachsten und Gemütlichsten zu bedienen ist. Mit einer Leine rollt man sei aus (Genuaschot) mit einer Anderen (Reffleine) wieder ein. Sie läßt sich aufgrund der Rollfunktion fließend in ihrer Größe verstellen und somit an jede Windstärke anpassen. Andererseits dürfte sich die Verspannung des Mastes auf der Atlantiküberquerung ein wenig gelockert haben. Da das Nachspannen der Wanten zumindest für mich nicht ganz trivial ist, schiebe ich es ein wenig vor mir her bzw. mache ich es nur ganz zaghaft, um nicht wieder mit einer gebrochenen Want konfrontiert zu sein. Um das Rigg zu schonen, lassen wir die Segel klein, kommen dennoch aber immer mit 4-5 kn voran. Das es auch anders geht, sollten wir in den nächsten Stunden erfahren.

„Backbord Achteraus“ tauchte eine Segel auf. Das dazugehörige Boot hatte einen ähnlichen Kurs wie wir, wollte offensichtlich ebenfalls nach Martinique. Backbord Achteraus bedeutet übrigens links hinten. Wenn man dem Steuermann oder der Steuerfrau mitteilen will, dass sich irgendwo rund um das Boot ein Objekt, wie zum Beispiel ein anderes Boot, ein Wal oder eine Schildkröte befindet, kann das so seine Tücken haben. Steht man verkehrt herum, schaut somit zum Heck der Yacht und ruft erfreut „Eine Schildkröte links“, fragt sich der Steuermann, welches „Links“ sei nun gemeint. Links vom Boot, also Backbord oder aus Sicht des Rufers, also rechts, Steuerbord. Daher gibt es auf der Yacht festgelegte Richtungsangaben: Nach Vorne heißt Voraus, nach hinten Achteraus. Seitlich im rechten Winkel zur Längsachse des Bootes wird „Querab“ genannt, daher also „Backbord Querab“ oder „Steuerbord Querab“. Befindet sich das Objekt der Begierde Links vorne, nennt man das „Backbord voraus“, ist es rechts hinten zu sehen, wird „Steuerbord Achteraus“ gerufen. alles klar ? Alternativ dazu bietet es sich an, die Richtungen analog zur Uhr anzusagen. „Steuerbord Achteraus“, also rechts hinten wär dann zum Beispiel „Richtung Fünf Uhr“ oder die Voraus Richtung des Bootes (Dort wo das Boot hinfährt) bezeichnet man immer als „12 Uhr“. Gar nicht so komplitzert, oder ?

Als die uns folgende Yacht näher kam, sahen wir verwundert, dass diese unter Vollzeug unterwegs war. Heute hab ich es mit dem Seglerdeutsch, Vollzeug bedeutet, dass Groß und Vorsegel oder Genua in voller Größe gefahren werden. Liegt der Kurs „Am Wind“ oder “ Hart am Wind“ an, kommt der Wind, je nachdem auf welchem Bug man fährt (steuerbord oder backbord Bug) von der Steuerbord oder Backbord Voraus Richtung. Das Boot krängt (legt sich zur Seite) mitunter stark, vorallem, wenn man viel Segel draußen hat. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt ca. 25 Knoten Wind, in Böen oft noch mehr. Daher krängte diese Yacht sehr stark. Es handelte sich um eine französische Yacht. Mittlerweile war dieser Segler ein ganzes Stück näher gekommen, doch konnten wir die Crew nicht erkennen, da die Schräglage aufgrund der großen Segelfläche so groß war, dass wir immer wieder den Ansatz des Kiels sehen konnten. Dies ließ die Vermutung aufkommen, dass ebene jene uns auch noch nicht gesehen hatten und deswegen einen Kurs hielten, der in der Verlängerung genau mitten durch die Inspiration hindurch führte. Auf unsere Funksprüche wurde nicht reagiert, obwohl wir die Yacht mit Namen ansprachen, den konnten wir am AIS ablesen. Somit blieb uns wieder einmal nichts anderes übrig, als unsern Kurs zu ändern, um einer potentiell gefährliche Situation zu entgehen. Mit schon lächerlich anzusehender Schräglage glitt der Franzose an uns vorüber. Der Gwschwindigkeitsüberschuss dieser Yacht war gegenüber uns gar nicht so groß, wie man aufgrund des viel kleineren Segels unserer Yacht hätte vermuten können. Dies lag daran, dass Yachten die stark krängen zwar spektakulär anzusehen sind, aber aufgrund des nicht optimal im Wasser liegenden Rumpfes gebremst werden. Weniger Segelfläche würde mehr Geschwindigkeit gebracht haben. Dennoch bedarf es schon einer gewissen Härte, seine Yacht mit Vollzeug durch diese Bedingungen zu prügeln. Es verwundert daher nicht, dass das prestigeträchtige Solo -Segler – Rennen um die Welt „Vendee Globe“ meines Wissens bisher immer von französischen Skippern gewonnen werden konnte.

Die dem Windwinkel geschuldete Abdrift der Inspiration war beträchtlich, doch nicht so groß wie befürchtet. Unser Kurs beschrieb keine Gerade sondern einen Bogen, was unseren Zeitplan völlig über den Haufen warf. Wir hatten für die Ankunft bei Tageslicht in der St. Anna Ankerbucht einen Abfahrtszeitpunkt gewählt, der eine vermeintlich ausreichend große Zeitreserve beinhaltete. Diese schmolz nun buchstäblich wie die Butter in die Sonne dahin. Obwohl wir bereits unter Maschine den direkten Kurs auf die Ankerbucht zuliefen, fing es schon an zu dämmern. Kurze Zeit später, wir waren immer noch eine gute Stunde vom Ankerplatz entfernt, umgab uns schon die Dunkelheit. Unser Wunsch wäre es gewesen, vor einem der wunderschönen Sandstrände zu ankern, nahe beim Ufer in mitten der anderen vor Anker liegenden Yachten. Doch es wäre in der Nacht viel zu riskant gewesen, durch das Ankerfeld zu fahren, da erfahrungsgemäß nicht alle Yachten beleuchtet sind. Als wir uns der Ankerbucht näherten, tat mit Manuela kund, dass sich vor uns ein riesiger, beleuchteter Turm befände. Ich blickte sofort in die elektronische Seekarte, um diesen markanten Navigationspunkt zu identifizieren. Die Leuchtfeuer der Küste, ob rot, weiß oder grün, die Markierungen der Untiefen und sogar das Einfahrtsfeuer der Marina Le Marin konnte ich in der Karte zuordnen, doch nicht diesen markanten Turm. Es beschlich mich die Unsicherheit, nicht dort zu sein wo wir vermuteten, was angesichts, der mittlerweile vermehrt auftretenden Riffe kein angenehmes Gefühl war. Doch die GPS Daten stimmten, sehr mysteriös. Wir hielten Kurs, drosselten die Geschwindigkeit aber merklich.

Backbord voraus kamen die Lichter der vor Anker liegenden Yachten in Sicht und vor uns immer großer werdend der ominöse Turm. Wir änderten unseren Kurs und fuhren ein wenig weiter nach Osten. Durch den veränderten Blickwinkel offenbarte sich das Geheimnis des Turmes. Es handelte sich um die beiden Masten einer riesigen Segelyacht, die hier am äußersten Rand des Ankerfeldes sein Nachtlager aufgeschlagen hatte und im Mast zwecks besserer Sichtbarkeit sämtliche Lampen angeschaltete hatte. Wir glitten an dieser Superyacht vorbei, versuchten abzuschätzen wie lang ihre Ankerkette wohl sein würde und ließen unseren Anker ebenfalls hier draußen fallen. Wir lagen sicher und waren vor anderem Verkehr hinter diesem „Leuchtturm“ gut geschützt. Wenig später gurgelte schon der verspätete, nichts desto trotz wohl verdiente Sundowner die durstigen Kehlen hinunter.

Die Morgensonne weckee uns und ließ die Bucht in wunderschönen Glanz erstrahlen. Palmengesäumte Strände und eine unglaubliche Zahl ankernder Yachten bot sich unseren noch etwas verträumten Blicken feil. Wir genossen in dieser wunderbaren Atmosphäre unser Frühstück, nahmen Kontakt mit der Marina auf und begaben uns dann in selbige. Das Einklarieren war auf Martinique, so wie auf allen französischen Inseln der Karibik online zu erledigen. Der Ausdruck wurde dann vom Hafenkapitän abgestempelt und schon war man eingereist. Wie angenehm. In der Marina Le Marin besserten wir unsere Vorräte auf, genossen wieder einmal eine echte Dusche und erfreuten uns an der französischen Küche. Nachdem die Formalitäten erledigt waren suchten wir die Pizzeria auf, die, wie sich herausstellen sollte, gar keine war. Denn wir hatten das dem Hafenbüro nahe liegenden, im ersten Stock befindliche Restaurant mit einem wunderbaren Blick über den Hafen aufgesucht, die Pizzeria befand sich jedoch im Erdgeschoss, was wir allerdings erst bemerkten, als wir schon die Getränke bestellt hatten. Der Blick in die Speisekarten verriet uns wenig bis gar nichts, denn wenig überraschend waren sie in französischer Sprache verfasst und meine Französischkenntnisse erschöpften sich bereits bei Baguette und Croissant. Doch ich hatte mich vorbereitet, denn ein Wort hatte ich mir eingeprägt. Ich durchforstete die Karte nach „Escargot“, wurde in diversen Gerichten fündig und strich diese sofort von der Auswahl. Schliesslich entschied ich mich, Weltenbummler der ich war, für einen gebackenen Camenbert, serviert mit exotischen Beilagen, welcher vorzüglich mundete.

Ein Erlebnis ganz besonderer Art stellte die Flora und Fauna dar. Schon auf Barbados und St. Lucia bestaunten wir die Blüten, Sträucher und Bäume, welche man zuhause entweder vom Bella Flora oder vom botanischen Garten her kannte und das mitunter in freier Wildbahn. Nach und nach gesellten sich auch exotische Tiere dazu und das Highlight bildeten bis dato die Kolibris in der Marina Le Marin. Es ist schon faszinierend, diesen Winzling dabei zu studieren, wie er vor dem Objekt seiner Begierde in der Luft zu stehen scheint. Die Flügel schlagen schneller als das Auge folgen kann und dort, wo man die Flügel vermutet, ist nur eine Wolke, ein Geflimmer zu sehen. Anfangs fragten wir uns, was diese Einzigartigen unter den Vögel wohl hier in den Yachthafen locken würde. Beim Flanieren über die Stege wurden wir der Begründung gewahr. An mehreren Yachten befanden sich extra für diese Akrobaten aufgehängte Wasserspender, welche von diesen mit Begeisterung frequentiert wurden.

Nebst der Proviantierung und dem Auffüllen des Wassertanks dient ein Aufenthalt in einer Marina auch der Besorgung anderer wichtiger Güter, wie zum Beispiel Butan für die Gasbrenner. In der APP „NoForeignLand“ war zu lesen, dass der Austausch der 2,5 kg Gasflaschen im anderen Teil der Marina möglich war. So steckte ich die 2 leeren Gasbehälter in meinen Rucksack und machte mich auf den 20 Minuten dauernden Fußmarsch, während Maunela nochmals in das nahegelegene Einkaufszentrum huschte, ganz zu ihrer Freunde ohne mich, denn ich neige etwas zur Ungeduld, wenn Manuela wieder einmal die Regale auswendig lernt. Mein Weg führte an Charteragenturen, Shops für Schiffahrtszubehör und allerlei kleinen und größeren Lokalen vorbei. Schließlich erreichte ich den Steg, auf dessen wasserseitigem Ende der Shop für Gasflaschen schon von Weitem an den mobilen, mit blitzblauen Flaschen gefüllten Regalen zu erkennen war. Die Freude über diesen schier unendlichen Vorrat währte indes nur kurz, denn der Mitarbeiter erklärte mir, es seien alle leer und er erwartete frühestens in 3 bis 5 Tagen die neue Lieferung. So zog ich unverrichteter Dinge von Dannen und beschloß meinen Frust im Marina eigenen Bootsshop zu dämpfen. Ein wahres El Dorado, wenn man im Kopf gehabt hätte, was man bräuchte. So kaufte ich einige neue Lampen, wie eine Taschenlampe um ganz kleines Geld, eine Stehlampe für das Cockpit für mittleres Geld und in Anbetracht ihrer Winzigkeit eine Stirnlampe für großes Geld. „Wer billig kauft, kauft teuer, oder zweimal. “ So war es dann auch mit der Taschenlampe, denn die hatte den selben Funktionsumfang wie jene, welche sie ersetzen sollte, sie ging manchmal, wenn man Glück hatte sogar für fast einen Minute. Shit happens.

Da wir noch eine halbvolle Gasflasche übrig hatten, beschlossen wir, dennoch auszulaufen. Unser Ziel war die „Ilet Petit“, eine kleine Insel in den weitreichenden Mangrovenwäldern der großen Bucht von Fort de France, in deren Nähe auch der internationale Flughafen von Martinique gelegen war. Die Kommentare ließen eine wenig frequentierte Insel in Mitten einer wilden Mangrovenlandschaft erwarten. Nachdem wir unter Segeln in eben jene große Bucht eingefahren waren, starten wir die Maschine, und setzten unsere Fahrt durch die gut markierten Kanäle unter Motor fort. Es war angeraten, die Kanäle nicht zu verlassen, denn schon ein wenig abseits dieser Wasserstraßen warteten morastige Untiefen auf den Unglücklichen. Schließlich erreichten wir nach mehrmaligem Abbiegen die Insel. Ganz so einsam war es nicht, denn es hatten bereits vier andere Yachten fest gemacht. Schließlich fanden auch wir unseren Platz und so versank unser Anker im Schlick der Bucht, welcher die Anker und Kette erheblich verschmutzte, aber wirklich sehr guten Halt bot.

Für uns ist es sehr wichtig, dass wir uns auf den Halt des Ankers verlassen können, um wirklich gut zu schlafen. Deswegen wählen wir die Ankerplätze sorgfältig aus, legen lieber mehr als weniger Kette aus und fahren den Anker so richtig ein. Den Halt überprüfen wir dann mit Rückwärtsfahrt bei ca.1500 -2000 Umdrehungen und zu guter Letzt tauche ich, wenn dies aufgrund der Tiefe oder der Sichtweite möglich ist, zum Anker hinunter und beurteile sowohl dessen Lage als auch das Ausmaß in dem er sich in den Untergrund gebohrt hat. Die Sichtkontrolle war in diesem schlammigen Wasser leider nicht möglich, doch haben die Rückfahrversuche ergeben, dass der Anker wie einbetoniert hielt und so machten wir uns, nachdem das Dinghy im Wasser war, unter dem Getöse des Aussenbordmotors auf den Weg zur Insel.

Wir entschieden uns, zuerst den kleinen Flusslauf in die Mangroven zu erkunden. So ließen wir die kleine Insel links liegen und brausten, soweit 3,5 Ps für ein „Brausen“ ausreichend waren, dem kleinen Flußdelta zu. Die Einfahrt ist ein Tor zu einer vergessenen Welt. Plötzlich schloß sich über uns das Blätterdach, es wurde spürbar kühler, dafür setzte eine tropische Geräuschkulisse ein. Ob das nun Vögel oder Affen, wenn es hier überhaupt welche gibt, waren, konnten wir nicht ausmachen. Hin und wieder bahnte sich ein Sonnenstrahl durch den Blätterbaldachin und ließ den Mangrovenwald in goldenem Licht erstrahlen. Beide Ufer waren von Mangroven und dichter Vegetation gesäumt, das Wasser war undurchsichtig braun, trüb und immer wieder schien sich darin etwas zu bewegen. Es war gut zu wissen, dass hier keine Krokodile heimisch waren. Wir hielten uns in der Mitte des wenige Meter breiten Flusses, ahnungslos, wie es mit der Tiefe bestellt war. Der Aussenborder lief auf kleinster Stufe, um möglichst wenig Lärm zu verursachen. An den Bäumen waren immer wieder Spinnenkrebse zu sehen, die anfänglichen Gedanken und Zweifel wegen allfälligen Tierchen die vielleicht von oben auf uns herabfallen könnten, verschwand ob der Faszination dieses besonderen Ortes. Es sollte gemäß der Karte möglich sein, diesen Fluss bis zu einer Abzweigung entlang zu fahren und dann durch einen anderen Arm wieder ins Freie zu gelangen. Als wir uns dieser vermeintlichen Abzweig näherten, erkannten wir schon von Weitem, dass dort ein Reiher im Wasser stand. Wenige Augenblicke später wurde klar, dass dieser wunderschöne weiße Vogel nicht im Wasser stand, sondern auf einem umgestürzten Baum verweilte, welcher uns die Weiterfahrt versperrte. So wendeten wir kurz davor, wobei wir die ausreichend tiefe Flussmitte verlassen mussten um das Boot in die Gegenrichtung zu bugsieren. Zweifel an der Wassertiefe wurden durch den stinkenden, in kleinen Wölkchen aufsteigenden, schwarzen Schlamm genährt und wenige Meter später hörten wir, wie der Aussenborder Grundkontakt hatte. Ich klappte unseren Quirl ein wenig hoch und schon schoben wir uns wieder in die Mitte des Flusses. Das Bild, das sich jetzt bot, war noch faszinierender als die Einfahrt, steuerten wir jetzt doch auf eine kleine helle ansonsten grün umrahmte Öffnung im Dschungel zu. Wenige Minuten später entschlüpften wir dem Mangrovenwald.

Die meisten Ausflugsboote hatten mittlerweile die Insel verlassen. Daher setzten wir vom Mangrovenfluss auf die Insel über. Ilet Petit war wirklich „Petit“. Wenn es die Vegtation zugelassen hätte, wäre die Umrundung der Insel in weniger als einer halben Stunde möglich gewesen. Doch dieses Eiland war ähnlich wie der Mangrovenwald dicht bewachsen, auch mit Pflanzen die ich in diesem Teil der Welt nicht erwartet hatte. Bambus schob sich ins Blätterdach empor. Daneben fanden sich Kokospalmen und allerlei Gesträuch nebst vereinzelten tropischen Blumen. Ich hätte gerne eine Kokosnuss gesammelt, doch schienen jene Exemplare, die rund um die Palmen lagen, schon die beste Zeit hinter sich zu haben. Oben auf den Palmen waren auch welche, doch jenseits unserer Reichweite und hochzuklettern, um sie zu ernten,war nicht so unser Ding. Manuela entdeckte auf ihrem Streifzug eine Tierart, welche wohl mit dem Touristenstrom und dessen Hinterlassenschaften hier Einzug gehalten hatte und die eigentlich kein Yachtie gern in seiner Nähe hat. Ratten! Denn diese intelligenten Nager können schwimmen und sind auch in der Lage die Ankerkette zu erklimmen. Da so eine Yacht viele Hohlräume hat, ist verständlich, dass es zu einer Sysiphosarbeit werden kann, dieses Getier wieder von Bord zu befördern. Der Albtraum wäre es, wenn so ein Nager an einem völlig unzugänglichen Ort, wie zum Beispiel den Kabelschächten verendet. Nich auszudenken! Als die Sonne sich schön langsam dem Horizont näherte, beschlossen wir wieder auf die Inspiration zurückzukehren, nicht ohne das Dinghy auf allfällige Nager zu untersuchen. Glücklich über das Erlebte und die Tatsache, dass die Crew der Inspiration nach wie vor nur aus uns Beiden (und keinen Nagern) bestand beschlossen wir den Abend mit einem Sundowner.

Die nächsten Tage nutzen wir, den Rumpf der Inspiration vom Bewuchs zu befreien, bevor wir uns nach Fort du France begaben, um dort unserer Freunde von der Paloma Grande zu treffen. Da in der Marina Etang Z’s Apricot scheinbar kein Platz mehr für uns war, entschieden wir uns für eine der Bojen vor dem Hafen, deren Reservierung reichlich kompliziert aber letztendlich doch möglich war. Hier konnten wir im örtlichen Supermarkt unsere Gasflaschen tauschen. Ausserdem deckten wir uns in einer Bäckerei mit französischen Frühstücksleckereien ein, welche wir an Bord der Paloma Grande mit dem von Uli frisch aufgestellten Kaffee genüßlich verzehrten. Wir hatten mit unseren Freunden eine wirklich schöne Zeit hier, doch sollten sich tags darauf unsere Wege abermals trennen, denn wir machten uns auf den Weg nach Guadeloupe, während Uli und Claudi noch ein wenig blieben um dann nach Ilet Petit zu segeln.

Die Überfahrt nach Guadeloupe war ein Abenteuer, das es in sich hatte. doch davon mehr im nächsten Beitrag.

Alles Liebe !

Gerhard und Manuela!

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