Aruba hielt bisher die kostspieligste Gasflaschenfüllung auf unserer bisherigen Reise für uns bereit. Doch nicht der Gaspreis an sich sollte sich derart im Budget niederschlagen, sondern die Reise dorthin. Es hätte ja auch die Möglichkeit gegeben, mit den öffentlichen Bussen irgendwie in diesen abseits gelegenen Gewerbepark zu gelangen, doch waren die Haltestellen auf Aruba nicht so gekennzeichnet, wie wir das von zuhause gewohnt waren. Es schien, als würden die Locals instinktiv wissen, wo der Bus halten würde, oder aber wir haben das System so gar nicht durchschaut, und der Bus nimmt ohnehin jeden mit, der am Straßenrand steht. Wie auch immer, wir wollten nicht im Nirgendwo verenden und so blieb uns nur, ein Taxi zu bemühen. Die Hin- und Rückfahrt belief sich dann auf ca. 80 US$, zuzüglich der 60 US$ für die Füllungen (die für sich allein eigentlich nicht teuer waren).
Nachdem wir das neu erworbene Gas in die Inspiration einspeisten, fing die Gasanlage an Probleme zu machen. Wir hatten den Verdacht, dass wir statt des üblichen Propans Butan erhalten hatte. Diese Verdacht verstärkte sich, da der Brenner nicht mehr die gewohnte Leistung aufwies und auch der Gasvorrat in den nächsten Monaten schneller zur Neige ging. Es ist aber nur eine Vermutung. Jedenfalls sollte unser Gasherd zuerst schlechter, dann spärlich und schließlich fast gar nicht mehr funktionieren. Möglicherweise war das Gas auch verunreinigt, was eventuell Brenner oder Leitung verstopft hatte. Glücklicherweise hatten wir auf Curacao einen Reiskocher erworben und wir werden später noch darauf eingehen, was Manu mit einem Reiskocher auf den Tisch gezaubert hatte.
Ausgestattet mit Gas hielt uns jetzt nichts mehr, abgesehen vom Wetter. Nicht weil es so wunderschön sonnig gewesen wäre, ganz im Gegenteil, die tropischen Störungen, welche in den nächsten Monaten die ersten Hurrikane bilden sollten kamen in Wellen immer wieder von Osten heran. Unser nächstes Ziel sollte die Shelter Bay in Panama sein, ein Ziel in einer Entfernung von 600 nautischen Meilen. Daher hielten wir nach einem guten Wetterfenster für die nächsten Tage ausschau, denn es war nicht nur das globale Wetter, das uns Kopfzerbrechen bereitete, sondern auch das lokale Wetter an der Halbinsel von Kolumbien. Dort gab es immer wieder heftige Fallwinde aus den kolumbianischen Bergen. Um die Wetterküche zur vervollständigen wies die Passage eine wesentliche Verminderung der Wassertiefe im Bereich der Halbinsel auf, was in der Regel zu hohen Wellen führte. So sollte es dann auch kommen, doch soweit waren wir noch nicht.
Der Blick auf Windy, unsere bevorzugte Wetterapp zeigte, dass diese Wetterfenster in den nächsten Tagen aufgehen würde und so bereiteten wir die Inspiration am Abend des der Abfahrt vorhergehenden Tages auf die die Überfahrt vor. Am Morgen, nach einem schnellen, wohl aber von Manuela köstlich gezauberten Frühstück holten wir (Manu) den Anker hoch und fuhren unter Maschine um Pier der Behörden, dieses Mal jedoch in den unproblematischen Gewässern ausserhalb der Lagune. Der Wind war in diesen frühen Morgenstunden nicht merklich vorhanden und desshalb sprach nichts dagegen am Zollpier längsseits zu gehen. Da uns diese Manöver schon vertraut sind, ging es uns leicht von der Hand, auch wenn vorgelagerte Riff wenig Platz zum Manövrieren ließen. Wir erledigten die Ausreise, Zollformalitäten und nahmen freudig unsere verwahrte Harpune entgegen. Als wir ablegten war der Wind schon in die Gänge gekommen, angenehm in der Stärke, so dass wir nach verlassen des Hafenbereichs auch schon die „Wäsche“, gerefft natürlich, rausholten.

Die Strömung die uns so zügig von Curacao nach Aruba gespült hatte, sollte, wenn auch schwächer wieder in unsere Fahrtrichtung fließen. Auf Raumwindkurs (Wind von schräg hinten) zogen wir wieder gut dahin. Segeln war einfach die schönste Art der Fortbewegung. Mr. Breezzy hatte das Steuer übernommen und wir freuten uns, schon bald in Panama anzukommen. Immer wieder blickten wir zum Himmel. Bis auf ein paar wenige Wolken und einer hochgelagerten Bedeckung ließ sich jedoch nicht erahnen was eine viertel Stunde später los sein sollte. Die Inspiration nahm jetzt richtig Fahrt auf, 6 kn teils 7 kn waren auf dem GPS abzulesen. Unsere nun schon erfahrenen Blicke trafen sich und es war klar: Reffen, denn die Wellen hinter dem Boot fingen an sich aufzubauen. Doch der Himmel ließ immer noch keine Schluss zu wo das herkam, zumal kein Anzeichen für eine Squall am Firmament erschein. Höchst eigenartig!
War der Wind bis jetzt in etwa 22 bis 25 kn stark, kam wie aus dem Nichts nicht der Hammer, sondern der Vorschlaghammer! Mit 40 Knoten und mehr bließ es von achten. Das Rigg hatte schon seinen gestimmt, und wir hatten von einer Sekunde auf die andere alle Hände voll zu tun, die „Wäsche“ noch weiter herinzuholen. Obwohl wir kaum mehr Segelfläche draußen hatten, beschleunigte die Inspiration weiter. Schließlich bargen wir alle Segel, um die Geschwindigkeit zu senken, doch, dass muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Unsere Segelboot segelte wohlgemerkt ohne Segel mit 6 bis 7 Knoten. Da kommt nicht nur Freude auf. Mittlerweile hatte sich eine Windsee von ca. einem Meter aufgebaut, doch das störte uns nicht weiter, denn sie rollte von hinten heran und breitete Mr. Breezzy keinerlei Schwierigkeiten. Da die unerwartete Brise keinerlei Anzeichen eines Sturmes aufwies, freuten wir uns dann doch ob der raschen Fahrt.
Als gebrannte Kinder was Wanten betraf (siehe die Überfahrt von Union Island nach Curcacao) überprüften wir immer wieder diese optisch auf Schäden und korrekte Spannung. Ich ließ meinen prüfenden Blick den Mast aufwärts wandern, alles sah soweit gut aus. Doch dann, als mein Auge das letzte Drittel der Oberwanten erfasste, stellten sich mir schlagartig die Nackenhaare auf. Die Backbord Oberwant kamm oben am Terminal (dort, wo sie am Mast angeschlagen war) in den Wellen immer wieder ganz leicht lose. Das war gar nicht gut! Es drohte keine unmittelbare Gefahr, da wir keine Segel draussen hatten, doch so richtig entspannt war die Situation doch nicht.
Wir waren mittlerweile zu einem sehr guten und effizienten Skipperteam gereift. Kurz besprachen wir uns, um zu dem Schluss zu kommen, dass eine Rückkehr nach Aruba unausweichlich war. Wenige Sekunden später sprang der Motor an und ich wendete den Bug der Inspiration dorthin, wo wir hergekommen waren. Doch nicht sehr lange, denn die Welle, welche bisher unser Heck sanft empor gehoben hatte kam jetzt genau von vorne, ebenso wie die 35 bis 40 Knoten Wind. Die Inspiration begann sofort in den Wellen zu stampfen, so stark, dass ich bei jedem Einschlag in die heranrollenden Wellen mit unser Inspiration mitlitt. Und sie tat ihre Belastung auch kund, denn alles was Ächzen konnte, tat dies. In Kombination mit den singenden Wanten wahrlich eine Kakophonie. Das hatte keine Zukunft und so änderten wir den Kurs auf das nordwestliche Ende von Aruba zu. Die Inspiration hörte auf zu stampfen, doch ruhiger wurde es nicht, denn die Wellen schlugen nun von der Seite gegen das Boot. So manche überwand das Freibord am Bug (Freibord ist die höhe vom Deck zur Wasserlinie) und ergoss sich mehr oder weniger spritzend über das Deck. Mittlerweile hat es zu regnen begonnen, also waren wir in Mitten einer Mischung aus Salz und Süßwasser. Die Sprayhood hielt das Meiste ab, dennoch war es hinten am Steuerstand ziemlich feucht. Unglaublich, gestern genossen wir noch die karibische Sonne und heute standen wir im Ölzeug an Deck.
Unser Ziel war die Landabdeckung von Aruba. Hatten wir diese erreicht, würden zumindest die Wellen wesentlich kleiner werden. Eine Zeit lang sah es jedoch so aus, dass die Abdrift der Inspiration auf diesem Kurs derart groß war, dass wir am nordwestlichen Ende der Insel vorbeischießen würden. Daher blieb uns nichts anderes übrig, als den Bug immer wieder gegen die Wellen zu richten. Mit Wind, Welle und Strömung gegen uns sank die Geschwindigkeit auf ca. 3 Knoten. Es fühlte sich so an, als ob die Inspiration plötzlich in Zeitlupe unterwegs wäre. Manuela blickte immer wieder auf das Tablet. Ich erhaschte skeptische Blicke ob unseres Kurses und mir ging es genau so. Die Situation war alles andere als zufriedenstellend. Ich drückte den Gashebel weiter nach unten, 2600 -2700 Umdrehungen, volle Marschfahrt und doch wurden wir nicht schneller als 3,5 bis 4 Knoten. Langsam schoben wir uns gen Insel und irgendwann kamen wir dann in die Landabdeckung. Die Wellenhöhe schwand, die Strömung fiel ebenso ab, allein der Wind wurde durch das Flache Eiland kaum beeinflusst. Insgesamt war es ausreichend, dass wir so nahe zum Land kamen, dass wir vollends gegen den Wind fahren konnten und dass vergleichsweise komfortabel.
Über Funk riefen wir Aruba Control. Wir hofften, uns die Einreiseprozedur zu ersparen, waren wir doch nicht einmal aus den territorialen Gewässern Arubas hinausgekommen. Die sonsore Stimme des Offiziers auf der anderen Seite der Funkverbindung machte jedoch schon mit den ersten Worten diese Hoffnung zu Nichte. Somit wieder zurück an den Zollpier, offiziell wieder einreisen und erst dann zum Ankerplatz. Am späten Nahmittag erreichten wir den Zollpier. Die Fahrt von dort weg bis zur Wende hatte ein wenig gerade mal eine stunde gedauert, der Rückweg gegenan 4,5 Stunden. Was für ein Ritt. Nach dem Einklarieren machten wir uns auf den Rückweg zum Ankerplatz. Der Anker fiel gefühlt in das selbe Loch, aus dem wir ihn in den Morgenstunden gehoben hatten.
Sebastian und Verena hatten uns den gen ganzen Tag am AIS verfolgt. Verena hat zu dem immer wieder Wetterinfos weitergeleitet. Ein schönes Gefühl, wenn man die Freunde so auf einen schauen. In den nächsten Tagen sollten wir viel mit Sebastian und Verena unterwegs sein. So gesehen hatte uns die Rückkehr eine sehr schöne Zeit beschert. Wir konnten auch Tomek und Zi von der polnischen Yacht Wislawa näher kennenlernen und hatten eine schöne Zeit zusammen. Somit kann man mit Fug und Recht behaupten, dass wirklich Alles zwei Seiten hat.

Des weiteren lernten wir Betza und Sander kennen, das Riggerteam von Aruba schlechthin. Sander ist der schon etwas ergraute Guru und Betza ist ihres Zeichens die Frau für die Arbeit im Mast. Trotz nicht optimalen Wetters kamen sie sofort zu uns an Bord um sich unserem Rigg anzunehmen. Sander wies mich darauf hin, dass die vermeintlich mittels der Zollstockmethode korrekt gespannten Wanten statt der angepeilten Spannung von 23 % der Bruchlast lediglich eine Spannung von 12 % Bruchlast aufwiesen. Kein Wunder das diese lose kamen. Soviel zur Spannung der Wanten mit der Zollstockmethode. Wir werden uns ein Messgerät für die Wantenspannung besorgen. Das kostet zwar 400 Dollar, doch damit könne, zumindest wir die Wanten ausreichend einstellen.
Obwohl es am Ankerplatz merklich unruhig wurde, harrte Betza im Mast oben aus und spannte alle Wanten nach. Am Abend sandte sie ein Bild ihrer Arme, welche mit blauen Flecken übersät wahren. Das nenne ich Einsatz, Großartig.


So nun wie versprochen, die Geschichte mit dem Reiskocher. Auf Curacao, als uns das Gas ausging, waren wir gezwungen, einen Alternative zu finden. Paul fuhr mit uns zu Koomanns, ein Markt vergleichbar mit einer Mischung aus Ikea und Bauhaus. Unsere Mission war das Auffinden von Gerätschaften mit 220V Anschluss, den wie auf den meisten Karibikinseln war mit einem „amerikanischen“ 110V System ausgestattet. Dennoch hatte sich auf Curacao etabliert, in den Häusern parallel ein 220 V System einzubauen. Das lag wohl daran, dass es auf den ABC Inseln eine erkleckliche Anzahl von europäischen Einwohner gab, die immer wieder 220V Geräte aus Europa mitbrachten. So sprangen einige Läden der Insel auf diesen Trend auf und boten ein mehr oder weniger großes Sortiment an, dem europäischen Stromstandard angepassten Geräten, feil. So auch eben jener Markt, den wir gerade im Begriff waren zu durchforsten. Paul der schon ettliche Jahre auf der Insel lebte, bewies abermals, dass er ein perfekter Guide war, führte er uns doch zielsicher zu den betreffenden Regalen.
Die ohnehin nicht wirklich üppige Auswahl wurde durch die Leistungsgrenze unseres Inverters von 1600W weiter dezimiert, doch erpähte Manuela eine Kochplatte mit 600W (was, wie sich später herausstellte, vollkommener Blödsinn war, Stichwort „Aufheizleistung“) sowie einen Reiskocher mit 700 W. die Frage, was wir denn mit einem Reiskocher sollten, wurde mit einem „Pffff“ quitiert und wir gingen schon zur Kasse. Zurück an Bord wurde das neue Spielzeug natürlich sofort getestet. Die Kochplatte ließ den Wechselrichter Schnappatmung bekommen, doch war die Platte erstmal aufgeheizt, hörte das rote Licht am Wechselrichter wieder zu blinken auf und die Lüfter beruhigten sich ebenso. Wie wir bald feststellen sollten, war das Gerät an sich schön verpackter Schrott, denn die Lebensdauer war direkt proportional mit dem Anschaffungspreis.
Ganz anders der Reiskocher, welcher sich in den nächsten Monaten im Dauereinsatz wiederfinden sollte. Denn entgegen landläufiger (bis dahin auch meiner) Ansicht kann ein Reiskocher nicht nur „Reis“ kochen. Bei dem was Manuela mit diesem Wunder unserer modernen Zeit auf den Tisch zauberte, fragte ich mich manchmal, ob wir nicht aus Versehen dieses Thermodings erworben hatten. Neben Unmengen an Reis produzierte diese verrückte Maschine unter Anderem Gebratene Pute mit Kartoffelstampf, Gemüseeintopf, American Pancakes, Rühreier, Hamburger, Ham and Eggs, Spaghetti in allen Variationen, Geschnetzeltes mit Reis, Bananenkuchen, allerlei Suppen und Eintöpfe, Gulasch, Faschierte Laibchen, Wraps, und Gröstl. Wahrlich ein Zauberkessel!
Aruba entpuppte sich als Wetterfalle. Die Insel selbst konnte wenig dafür, doch hielten uns die immer häufiger eintreffenden tropischen Wellen auf Trab. Mit unseren Freunden von den anderen Booten besprachen wir wieder und wieder die Wettersituation, doch das Ergebnis war stets das Gleiche. Das jeweils aufgehende Fenster war zu kurz für eine sichere Überfahrt nach Panama. Mehrmals täglich schauten wir die Wetterprognosen des „Weatherman“ auf Youtube und ließen die Ratschläge des Meteorologen unserer polnischen Nachbarn in unsere Planung einfließen, doch auch diese beiden hatten nichts Gutes zu berichten. Schön langsam zweifelten wir daran, hier überhaupt wegzukommen, denn die Hurricanesaison nahm an Fahrt auf. Wir konnten nur das Best daraus machen und das bedeutete mehr Zeit mit unseren neuen und alten Freunden .Perfekt!

Mit Zi und Tomek verbrachten wir einen wunderschönen Abend in der Surfers Bay Bar. Beide waren „Digital Nomads“ also so etwas wie Programmierer im schwimmenden Home Office. Eigentlich zu dieser Zeit nur Zi, Tomek bastelte am Boot herum. Die zwei hatten ihre Halberg Rassy in der Karibik gekauft und suchten immer wieder neue Plätze, von wo aus sie komfortabel ihrer Tätigkeit nachgehen konnten. Starlink machte es möglich. Zi erzählte uns, dass sie eigentlich nach Cartagena oder Santa Martha in Kolumbien segeln wollten, da dort die Infrastruktur besser zu sein schien als hier an diesem Ankerplatz. Mit Infrastruktur war weniger die maritime, als die kulturelle gemeint. Denn Gegensatz zu Wilelmsstad auf Curacao war Oranjestadt auf Aruba eher einfach und etwas langweilig. Es gab wohl einige nette Ecken, doch waren die vom Ankerplatz aus nur unter großem Zeitaufwand erreichbar. So harrten auch die beiden auf eine Auszeit vom tropischen Sturmwetter, hatten jedoch viel weniger Erfahrung als wir, ein Umstand, der sie schon länger zuwarten ließ. Doch das ist auch gut so, denn die See da draußen kann rau sein und und man sollte sich seiner selbst schon sicher sein, wenn man den Bug auf das offene Meer richtet.






Verena kam eines morgens mit der Frage auf uns zu, ob wir nicht mit ihnen Oranjestad erkunden möchten. Wenig später brausten wir in ihrem Dinghy in die Marina und bestiegen einen Bus, mit dem wir uns in den südöstlichen Teil der Stadt begaben. Dort war das Viertel der Künstler gelegen und die schon vertrauten Wandbemalungen im öffentlichen Raum, wie wir sie schon auf Guadeloupe und Curacao bewundern konnten, luden uns auch hier wieder zum Sightseeing ein. Wir steuerten herum, erfreuten uns an den schönen Graffities, ja den heimischen Sprayern sei ans Herz gelegt, man kann auch wunderschön sprayen und suchten schließlich eine Gaststätte auf. Denn Kultur macht durstig. Diese Bar/Restaurant Kombination wäre auch als die Rumpelkammer eines Museums durchgegangen, hatten doch die Generationen an Wirten hier einen ausgeprägte Sammelleidenschaft. Allerlei Maritimer Krimskrams bildete die Dekoration des Gastraumes, wo bei man auch hätte meinen können, die Tische und Stühle würden einfach zwischen das Gerümpel platziert. Dennoch war es auf einen besondere Art gemütlich, trug es ja die die persönliche, Handschrift der Eigentümer und war nicht irgend so ein steriler Großstadtladen. Das Bier floss in unsere Kehlen und wir hatten eine tolle Zeit. Vielleicht passten wir auch gut in dieses Sammelsurium der maritimen Kuriositäten.


Als uns der schon vertraute Bus wieder in der Marina ausspuckte, stellten wir fest, dass Kultur nicht nur durstig, sondern auch hungrig machte. In der Nähe der Marina war eine kultige Bar gelegen, in der leckere Burger serviert wurden. Diese Bar war ein Treffpunkt von Seglern und Weltenbummlern. Irgendwann hatte wohl einer dieser Exoten die Idee, einen „1 Dollar Schein“, versehen mit seinem Namen und dem seines Bootes , an die Decke zu nageln. Das schien Nachahmer gefunden zu haben und über Jahre und Jahrzehnte fand sich an den Decken und Wänden ein kleines Vermögen wieder. Dieser Tradition folgten wir natürlich. Ich zauberte einen Dollarnote aus meiner Tasche, Verena hielt schon die Feder bereit. Die Crews der Waves und er Inspiration signierten diesen und machten ihn mittels Tucke zum Teil dieser ungewöhnlichen Wanddekoration nach dem Motto „Inspiration was here“. Ein Abend voller lustiger Geschichten, schönen Momenten und einer geselligen Zeit neigte sich dem Ende zu. Natürlich zogen wir noch in einen weitere Bar, um einen Absacker zu schlürfen. Tatsächlich sollte der Jägermeister mit Erinnerungen an die ferne Heimat auch in der Karibik wohlschmeckend die Kehle hinuntergleiten. Ob wir zum Boot zurück wankten oder ob einfach die die Insel im Gang der See schwankte, vermag ich nicht mehr zu sagen. Zurück im Cockpit der Inspiration sanken wir jedenfalls bald in den wohlverdienten Schlaf.



Die Tage zogen vorbei und schon langsam saßen wir auf Nadeln, gab es doch einen Kanaltermin einzuhalten. Ob und wann wir tatsächlich den Fängen von Aruba entschlüpft sind, lest ihr im nächsten Beitrag!
Alle Liebe! Gerhard und Manuela!