Tiefs und Hochs

Gestern haben wir versucht, den Kvarner zu überqueren, doch hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht, wie ihr bereits wisst (Video von gestern). Nach dem Ankern habe ich zu Manu gemeint dass wir wohl eine Ankerwache in der Nacht machen werden und hab dann später nichts mehr dazu gesagt. Nachdem ich mich den ganzen Abend hinweg von der Haltekraft des Ankers überzeugt hatte, hab ich mich beruhigt in die Koje verzogen, um ein wenig Netflix zu gucken.

Nicht lange nach dem Beginn des Films bin ich eingeschlafen und um ca. 7 Uhr morgens bei ruhiger See und wenig Wind wieder erwacht. Manu lag auf der Koje im Salon und hat mir mitgeteilt, dass Sie !!! die Ankerwache gehalten hat, bis ca. 2 Uhr früh und dann als das Wetter ruhiger wurde mit einem Auge geschlafen hat, das Andere bewachte weiterhin den Anker. So kanns gehen, wenn der Skipper (Ich) zu wenig kommuniziert. Ich gelobe Besserung.

Der gestrige Abend war vom Wind her wirklich spannend, denn wir hatten starke Windböen, die das Boot vor Anker umherschaukelten. Der Wind brachte das Rigg zum singen und der Regen kam waagerecht daher. Der Anker und die Kette haben die Inspiration aber sicher an Ort und Stelle gehalten.

Der weitere Morgen hielt ein Tief für mich bereit, denn mein Macbook hat sich wohl verabschiedet. Ich hatte das bei diesem Gerät schon einmal, scheinbar verträgt es die Feuchtigkeit auf dem Boot nicht gut, bisweilen will es nicht wieder starten (Falls wer eine gute Idee hat, bitte gerne). Mittlerweile habe ich einen anderen Laptop aktiviert und kann so jetzt diesen Beitrag gestalten, obwohl dass alles gar nicht so unkompliziert ist.

Um 11 Uhr haben wir den Anker gehoben, und sind losgefahren. Am Ausgang der Bucht erwarteten uns gleich 2,5 m hohe Wellen, durch die sich die Inspiration tapfer durchstampfte. Unter Motor fuhren wir bis zum Ende der Halbinsel Istriens, wo uns eine wahre Armada an Yachten entgegen kam.

Kurz vor der Passage des Leuchtfeuers kam die Genua raus, wir hatten halben Wind, das bedeutet der Wind kam fast genau aus 90° von steuerbord (rechst für die Landratten). Jetzt hielt mich nichts mehr und ich wollte unbedingt die neue Windsteueranlage ausprobieren. ICh setzte die Windfahne auf und verband die Leinen, stellte den Windeinfallswinkel auf 90°ein und aktivierte die Verbindung zum Steuerrad und siehe da, es funktionierte. Die Inspiration zog ihre Bahn durchs Wasser gesteuert vom Windpilot, eine ganze Stunde lang! Dann flaute der Wind ab und wir mussten wieder mit der Maschine fahren. Dennoch war das heute mein absolutes Hoch!!!

Übrigens sind wir auf der Suche nach einem Namen für die Windsteueranlage, das dritte, obgleich mechanische, Crewmittglied. Schickt uns euere Ideen in den Kommentaren, wir sind schon sehr gespannt.

Der Tag endete heute ein wenig wie der gestrige, denn bei der Einfahrt in die Bucht von Mali Losinj begann es wieder zu regnen. Um 19;00 machten wir in der Marina Losinj fest. Abends gab es Grenadiermarsch, natürlich von Manu selbst gezaubert. Köstlich!

Morgen werden wir den lokalen Hafenkapitän aufsuchen um zu klären ob irgendwelche Formalitäten bezüglich der Überfahrt nach Italien zu beachten sind und dann geht es vielleicht schon nach Italien. Das Wetter hat ja auch noch ein wenig mitzureden.

Schlaft gut! Bis Morgen!

Gerhard und Manu

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