Barbados – Endlich Karibik !!!

Tja, nun haben wir den Atlantik überquert und sind im Traumziel Karibik angekommen. Ein guter Freund meinte, wir hätten den Atlantik bezwungen. Wir würden das etwas anders formulieren: Der Atlantik hat uns eine sichere und bisweilen schöne Überfahrt gewährt, denn wir sind uns sehr bewusst, dass wir mit dem Wetter einen glücklichen Griff getan hatten. Neue Seglerfreunde, welche wegen technischer Probleme und noch nicht angekommener, dringend benötigten Lieferungen, nicht mit uns ablegen konnten, sitzen mittlerweile schon mehrere Wochen auf den Kap Verden fest, da sich das Wetter im Sinne von Wellen bis 6m und Winden über 30 Knoten markant verschlechtert hat.

Doch wir haben es geschafft und sind in Barbados angekommen. Barbados hatten wir eigentlich gar nicht geplant, doch hat die bereits einsetzende Verschlechterung des Wetters einerseits und die Aussicht mit unseren Schicksalsgenossen auf der deutschen Yacht Paloma Grande zusammen zu treffen andererseits, uns Grund und Motivation gegeben, Kurs Barbados zu setzen und wir haben es nicht bereut.

Nachdem wir ausgiebig das Erreichte gemeinsam mit unseren Freunden gefeiert hatten, begleitete mich Claudi, die 2. Skipperin der Paloma Grande an Land, um mir zu zeigen wie man hier offiziell einreist. Zu diesem Zweck fuhren wir mit dem „Wally“, dem Hartschalen – Beiboot der Paloma Grande in einen kleinen Hafen und machten uns zu Fuß auf den Weg zum Kreuzfahrtterminal, denn dort haben die Behörden ihre Büros. Auf dem Weg wurden wir von den für die Karibik so typischen Squalls, kurze sehr intensive Regenschauer, zwei mal so richtig erwischt. Mangels Schirm erreichten wir die Sicherheitsschleuse des Terminals triefend nass. Die karibische Sonne trocknete uns jedoch so rasch wieder auf, dass wir es vermeiden konnten, eine Wasserspur im Kreuzfahrtterminal zu hinterlassen.

Aufgrund der Erfahrungen mit den Behörden der Kap Verden erwartete ich eine rasche Abwicklung, doch da sollte ich mich noch wundern. Ich musste nacheinander 3 Behörden aufsuchen, die dankenswerterweise nur wenige Meter von einander entfernt waren: Zoll, Immigration und Hafenkapitän. Ich hatte im Vorfeld Crewlisten angefertigt, welche dem internationalen Standard entsprachen, in der Hoffnung nicht so viele Formulare ausfüllen zu müssen, doch diese Hoffnung ist „zuletzt“ den Heldentod gestorben. In jeder Behörde füllte ich neben einem behördenspezifischen Formular auch eine Crewliste aus. Die Crewliste, welche ich vorbereitet hatte und jene welche ich nebenbei bemerkt mittels Durchschlagpapier in dreifacher Ausfertigung befüllte, enthielt ganz genau die selben Daten wie das Formular der Behörde, doch das beeindruckte die jeweiligen Beamten so ganz und gar nicht.

Schließlich waren wir offiziell eingereist. Ich besorgte noch schnell eine Landesflagge im Souvenirshop und schon gings zurück auf die Inspiration. Andreas, ein Crewmitglied der Paloma Grande war so lieb, uns mit dem Wally an Land zu bringen und am Strand auf uns zu warten, bis wir mit unseren dringend benötigte Einkäufen zurück sein würden. Die Anfahrt an den Strand war unser erstes Karibikabenteuer, denn die Wellen begannen kurz vor dem von Palmen gesäumten Strand zu brechen. Mit Müh und Not schafften wir es an den Strand, wenngleich nicht ohne Blessuren am Beiboot zu hinterlassen. Der Motor berührte den Sandboden und hob schob sich ein wenig aus seiner Halterung. Mithilfe von einem sehr netten jungen Einheimischen schafften wir es schließlich, Wally sicher an den Strand zu bugsieren und den Motor wieder in der richtigen Position zu fixieren.

Unser Ziel war ein Supermarkt in einer Entfernung von ca. 15 Gehminuten. Der Weg führte durch ein Wohngebiet, dass ich zuerst nicht einzuordnen vermochte. Schöne, wohl für österreichische Verhältnisse kleine, Häuser, welche meist umzäunt waren, wechselten sich mit absoluten Bruchbuden und unbebauten, zur Müllhalde umfunktionierten Grundstücken ab. Bald wurde mir klar, dass wir hier mittlerweile die einzigen Europäer waren, welche auf den Straßen unterwegs waren. Ich drängte Manuela, ihren Schritt etwas zu beschleunigen, denn ich wollte, so teilte ich ihr mit, nicht nach Einbruch der Dunkelheit hier unterwegs sein.

Mein Mißtrauen sollte sich jedoch bald als unangebracht erweisen, denn die Einheimischen grüßten uns sehr freundlich, wenn wir an ihnen vorbeikamen. So erreichten wir schließlich den Supermarkt, deckten uns mit dem Notwendigsten für die nächsten Tage ein und schleppten die „Beute“ zurück zum Strand, wo uns Andreas schon erwartete. Zurück an Bord genossen wir noch den Abend und machten Pläne für den nächsten Tag.

Früh am Morgen machten wir fünf Salzbuckel uns mit dem „Whally“ auf den Weg in den Hafen um sodann per Pedes zu der Mount Gay Rum Distillery zu gelangen. Wären wir mit dem Dinghy zum Strand gefahren, so hätten wir die Destillerie in 5 Minuten erreicht, doch wollten wir das Dinghy nicht unbeaufsichtigt am Strand lassen. So war es dann doch ein ganz schöner „Hatscher“. Wir hatten eine Führung gebucht, doch irgendwie haben wir uns wohl der falschen Gruppe angeschlossen und bekamen nur eine „kleine“ Führung, dafür aber eine Rumverkostung, was will man mehr.

Wir erfuhren viel Interessantes über die Herstellung von Rum, wobei Manuela so lieb war, ihr fundiertes Fachwissen mit uns zu teilen. Bemerkenswert war, dass der „Master Distiller/Blender“ also der Chef der Herstellung und Veredelung des Mount Gay Rums seit einigen Jahren eine Frau war, ein Novum in der ganzen Karibik. Das Besondere des Mount Gay Rums ist einerseits, dass er mit Wasser, welches durch den Korallenuntergrund der Insel gefiltert wird, hergestellt wird und andererseits, dass er in ausrangierten Whiskyfässern gelagert wird und in diesen mehrere Jahre reift. Das gibt diesem Rum eine, je nach Art, mehr oder weniger stark ausgeprägte Whiskynote. Da ich nicht wirklich ein Whiskyfan bin, riss mich auch der Mount Gay Rum nicht vom Hocker, was jedoch keine Zweifel an der Qualität dieses Rums rechtfertigt. Es ist einfach nicht meine Geschmacksrichtung.

So viel Rum verkosten macht natürlich hungrig. Auf der Suche nach einem Restaurant entdeckten wir einen Minivan am Straßenrand, aus welchem Essen verkauft wurde. Der Hunger schien uns ins Gesicht geschrieben, denn die Köchin winkte uns sogleich zu sich. Wir entschieden uns für ein „von Allem etwas“ und fanden uns kurze Zeit später auf einer Holzpalette wieder, wo wir das in Styroporschalen servierte Mahl genüsslich verzehrten. Gemeinsam mit uns aßen dort die Arbeiter der Destillerie sowie der anderen umliegenden Betriebe. Ich glaube man kann gar nicht mehr in die lokale Welt eintauchen.

Vor der Rückkehr auf das Schiff gönnten wir uns noch ein Eis. Während Uli und Claudi ihren Gastsegler „Andi“ zum Flughafen brachten, genossen wir die Zeit an Bord. Ein wenig Schnorcheln und Baden, in der Sonne darben und den Nachmittagskaffee genießen. In der darauffolgenden Nacht mussten wir unser „Päckchen“ auflösen, denn es hatte eine unangenehme Welle eingesetzt, welche sowohl die zusammengehängten Boote als auch die dafür verwandten Leinen stark beanspruchten. So zogen wir unsern Anker ein und im Konvoi fuhren wir des Nächtens einige Meilen nach Süden in die Carlisle Bay, wo sich unser Anker in den Sand grub und wir eine ruhigere aber dennoch schaukelnde Nacht verbrachten.

Der nächste Tag wartete schon mit einem weiteren Abenteuer auf uns. Wir beschlossen mit dem öffentlich Bus an einen besonderen Strand auf der anderen Seite der Insel zu reisen. Eigentlich wollten wir uns einen Mietwagen organisieren, um ein wenig flexibler zu sein, allein wir fanden keinen Verleih in der Nähe und entschieden uns somit für den öffentlichen Verkehr. Nachdem, wir die ersten Kilometer in Bridgetown an Bord eines modernen, gut klimatisierten Bus zurückgelegt hatten, war ich innerlich froh, dass wir keinen Mietwagen bekommen hatten. Das Fahren auf der anderen Straßenseite (links!) wäre für mich an sich kein Problem gewesen, da ich dass auch schon in Australien getan hatte. Nur die Art und Weise wie hier gefahren wurde, hatte es in sich. Das hatte so gar nichts mit dem Autofahren zuhause zu tun.

Nach 20 Minuten ließen wir die Stadtgrenze hinter uns. Bald wechselten sich Bananenplantagen mit Pferderanchen und schönen, unberührten Landschaften ab. Auf und Ab ging es quer über die Insel, bis wir schließlich eine Anhöhe passierten, um auf der anderen Seite eben jener den Atlantik und die wilde Ostküste von Barbados zu bestaunen. Die Straße wand sich der Küste entgegen und führte uns schließlich an unser Ziel, „Bathsheba Beach“. Dieser Strand ist bekannt für die vom Wind und Wasser geformten Monolithen welche wenige Meter vom herrlichen Sandstrand entfernt im Wasser stehen. Der Strand ist von Kokospalmen gesäumt, welche einen verführerischen aber gefährlichen Schatten spenden (herabfallende Kokosnüsse).

Die von den Kräften der Natur geformten Skulpturen luden dazu ein, davor zu posieren. Wir wanderten den Strand entlang, genossen es, die Füße in den vom atlantischen Ozean ganz fein geriebenen Sand zu stecken. Diese wunderschöne Landschaft war ein perfekter Kontrast zu der nicht weniger faszinierenden Einsamkeit des Ozeans, welche uns 20 Tage lang in ihren Bann gezogen hatte. Nachdem wir den Strand ausführlich erkundet hatten, hielten wir auf die weit und breit einzige Gaststätte zu, welche mit Fug und Recht als „Villa Kunterbunt“ zu bezeichnen war. Vielleicht nicht wegen der Größe, mit Sicherheit jedoch wegen der Farbenpracht in die das Gebäude getunkt war. Wir sollten dies in der Karibik noch an vielen Orten entdecken. Die Welt war hier wesentlich bunter.

Einige Biere, Frühlingsrollen und Krabbencocktails später meinte ich zu wissen, das es nun Zeit war die Bushaltestelle aufzusuchen, denn der Bus zurück nach Bridgetown müsse jeden Moment eintreffen. Nach 20 Minuten, in denen sich Uli bereits mit einem, in dem Haltestellenhäuschen sitzenden, Einheimischen angefreundet hatte, traf tatsächlich ein Bus ein. Ein kurzes Gespräch mit dem Fahrer steigerte jedoch nicht gerade die Laune, denn dieser Bus würde uns nach Speightown und nicht nach Bridgetown bringen, also ganz in den Norden der Insel. Der Chauffeur meinte noch, er sei zuversichtlich, dass der andere Bus gleich eintreffen würde. Das „gleich“ ein dehnbarer Begriff ist, sollten wir in der nächsten dreiviertel Stunde lernen. Sehnsüchtig blickten wir der Straße entlang den Hügel hinauf, sobald das sonore Brummen eines Dieselmotors zu hören war. Busse kamen und gingen, doch nicht der Unsrige, sondern jene Vehikel, welche Kreuzfahrttouristen an diesen wunderschönen Platz verfrachteten.

Diese wiederkehrende Schauspiel mutete mitunter skurril an, denn sobald sich die Türen dieser hochmodernen, vollklimatisierten und mit getönten Scheiben ausgestatteten Ungetüme öffneten, kamen hauptsächlich in die Jahre gekommene Touristen zum Vorschein, deren Haut wohl schon lange keine Sonne mehr gesehen hatte. Die Befürchtung, dass hier sogleich eine schiere Völkerwanderung einsetzen würde, erwieß sich als unbegründet, denn die Besuche gestalteten sich erstaunlich kurz und folgten meist der selben Choreographie: „Hinaus aus dem Bus; ein kurzes Zusammenzucken ob der sengenden Sonne; 50 Meter Spaziergang zum Strand, wohlgemerkt nicht an den Strand, sondern kurz davor; ein paar Fotos, eines natürlich mit der für diesen Zweck vor einer Palme errichteten Schaukel mit Monolith im Hintergrund; ein Paar Schritte weiter zu den Souvenirständen; Rückkehr zum Bus;“ Manche benötigten nur 5 Minuten für dieses Programm. Die Reiseleiter taten nun das ihrige, die richtigen Passagiere wieder einzusammeln und schon suchte der Bus wieder das Weite. Andere hatten noch ein Dinner gebucht und so füllte und leerte sich das Restaurant kontinuierlich.

Plötzlich brandete hinter mir Jubel auf. Eine blaue Silhouette war am Horizont gesichtet worden, wir mussten nicht, wie befürchtet hier übernachten. Das, was sodann vor uns unter Rasseln, Quietschen und Pfauchen hielt und die Türen auftat, um uns aufzunehmen, hatte außer der Lackierung und der Tatsache, dass es 4 Räder hatte nur wenig mit dem modernen, klimatisierten Gefährt der Anreise zu tun. Ich ließ mich zu der Vermutung hinreißen, dass der Bus vom Morgen wohl einen technischen Defekt haben musste und die Verzögerung dadurch entstanden war, da aus dem sicherlich existierenden Busmuseum ein Ersatzgefährt beschafft wurde, in welchem wir nun Platz nahmen.

Unter eben jener Geräuschkulisse nahmen wir Fahrt auf. Der Fahrer rührte im Getriebe und schaltete die Gänge hoch, erstaunlich flott näherten wir uns der ersten Bergauf – Passage und unter der Sicherheit dienendem Gehupe nahmen wir die ersten Schikanen. Saß dort der Cousin 2. Grades von Lewis Hammilton am Steuer? Die Straße wand sich den Berg hoch, wurde steiler, wir wurden langsamer. Noch langsamer. Bis wir richtig langsam waren. Das Heulen des Dieselmotors ließ vermuten, dass wir Höchstgeschwindigkeiten erreichen würden, doch die Fußgänger neben der Straße machten die Hoffnung zu Nichte, denn sie hielten die Geschwindigkeit unseres Busses. Bergauf wohlgemerkt! Von vorne war das Schalten des Fahrers zu hören, anderer Gang, anderes Geräusch, selbe Geschwindigkeit. Im Schneckentempo mühte sich der alte Klepper, der mit Sicherheit einst der Stolz der Flotte war, Kurve um Kurve den Berg hinauf, seine Passagiere im Zweifel lassend, ob man bald schieben müsse. Schließlich war der Pass erreicht, von nun an gings bergab, und wie! Denn scheinbar musste der Fahrplan (Hihihi) eingehalten werden. So wechselten die Phasen der Entspannung und Kontemplation bergauf mit Geschwindigkeitsrausch and Adrenalin bergab, bis wir schließlich wieder den Busbahnhof in Bridgetown erreichten.

Mit etwas wackeligen Knien machten wir uns auf den Weg. Wir begossen die abenteuerliche Fahrt in einer noch abenteuerlicheren Gastwirtschaft, schlenderten noch durch die Straßen, besuchten einen Friedhof samt Kirche (Dom) bevor wir uns wieder zurück an Bord begaben und noch lange bei einem Sundowner über den erlebnisreichen Tag plauderten.

Die „Ispiration“ ist unser schwimmendes Zuhause und das Pendant zum Auto am Festland ist das Beiboot, Dinghi oder Schlaucherl genannt. Es handelt sich in unserem Fall um ein Schlauchboot, welches drei Luftkammern (2 seitlich, 1 vorne) sowie eine aufblasbaren Boden hat und hinten mit einer massiven Platte abgeschlossen ist, welche dem Motor halt bietet. Das alte Dinghi, mit deutlich größeren Luftammern hatte mehrere nicht auffindbaren Löcher. Vor der Abfahrt erinnerte ich mich, dass irgendwo im Keller noch mein Dinghi aus der Zeit am Traunsee sein Dasein fristen müsse. Wochenlang suchten wir danach, bis wir es im feuchten Erdkeller hinter dem Haus entdeckten. Das einst blütenweiße Gefährt war nun übersät mit grünen, blauen und gelben Flecken. Was auch immer das war, wir bewaffneten uns mit Bürste, Schwamm und Schlauchbootreiniger und bekamen nach tagelangem Schrubben ein respektables Ergebnis hin. Das sich an diversen Ecken und Enden die Verklebungen lösten, verbuchten wir als Teil des Abenteuers, ebenso wie die Tatsache, dass der von mir um wenig Geld erstandene Aussenbordmotor wohl ein oder zwei Nummern zu groß für unser Dinghi war.

Es kam der Tag, an dem wir uns für die Weiterreise mit Vorräten eindecken wollten. So ließen wir das Dinghi zu Wasser, montierten den Motor und los ging die wilde Fahrt. Auf unserer bisherigen Reise hatten wir das Schlauchboot schon oft im Einsatz und es hat uns immer wieder sicher zur Inspiration zurückgebracht. Der Supermarkt der unserer Wahl hatte laut Internet ein Dinghidock, welches ca. eine halbe Meile Flussaufwäts lag. Die Fahrt zur Mündung des Flusses war leider sehr feucht, da wir gegen die Wellen anfahren mussten. Irgendwie ergab es sich immer so, dass Manuela das Meiste abbekam und mir als Schild diente. Die Begeisterung darüber hielt sich in Grenzen, was mit Kommentaren über meine Dinghifahrkunst auch mitgeteilt wurde. Seither hat Manu immer eine Beutel mit Wechselkleidung mit, wenn wir mit dem Dinghi ausrücken, denn sie wird wirklich immer nass. Ich habe bei mir beobachtet, dass ich den Aussenborder nur mit der linken Hand zufriedenstellend bedienen kann. Sitze ich links und fahre somit mit der rechten Hand, verwechsle ich immer wieder „mehr Gas“ mit „weniger Gas,“ was mitunter gefährlich ist, wenn man vor dem Steg langsamer werden möchte, jedoch ungewollt beschleunigt. Daher sitz ich immer rechts, ein wenig weiter hinten, um den Bug zu heben, Manu links ein wenig weiter vorn und wohl deshalb mehr in der überkommenden Gischt.

Die Fahrt den Fluss hinauf bis zum Supermarkt war spannend und abwechslungsreich, es gab viel zu sehen und zu entdecken. Wir waren auch eine Attraktion für die Touristen, denn ähnlich wie der altersschwache Bus vom Vortag waren wir laut, hatten eine Wasserlage wie ein Rennboot und die Geschwindigkeit eines Fußgängers mit Rollator (ein wenig flotter waren wir schon). Das Dinghidock entpuppte sich als Leiter an der Kaimauer. Als wir uns dieser näherten, begann sich die Wand hinter der Leiter scheinbar zu bewegen. Beim Näherkommen entdeckten wir, dass neben der Leiter ein Rohr gelegen wahr, in dass nun allerlei Kriechgetier Schutz suchend eilte. Trotzdem machten wir fest und erledigten unsere Einkäufe. Wir machten los und traten die Rückfahrt an, zogen unter den Brücken die Köpfe ein, da mittlerweile die Flut eingesetzt hatte und der Wasserstand des Flusses merklich gestiegen war. Bevor wir das Dinghi verließen machte ich noch einen vermeintlich gründlichen Check auf ungebeten Gäste, doch konnte nichts entdecken.

Es war an der Zeit, die Reise fortzusetzen, denn es gab noch so viel mehr zu entdecken und wir freuten uns schon auf unser nächstes Ziel: Santa Lucia. Zu diesem Zwecke musste das Dinghi wieder an Bord verstaut werden und so begab ich mich in dieses, um die Ruder abzunehmen und das kleine Boot so am Heck der Inspiration zu positionieren, dass wir mit der eigens dafür am Solarträger angebrachten Leine den Motor an Bord hieven konnten. Als ich an die Befestigungsschrauben greifen wollte, entdeckte ich voller Erstaunen, dass sich dort was bewegt hatte. Bei näherer Betrachtung entpuppte sich diese braune Etwas als ausgewachsene, 5 cm lange Kakerlake, auf einer Segelyacht der Albtraum schlechthin. In Gedanken sah ich uns schon ein Hotelzimmer buchen, wenn das Boot ausgeräuchert werden würde. Ich fasste mir ein Herz und schnippte die Kakerlake von Bord. Es folgte nun eine wirklich gründliche Inspektion mit dem Ergebnis, dass dies wohl ein Einzelgänger war. Dennoch holten wir sofort die entsprechenden Sprays aus den Laden hervor. Die nächsten Tage war uns ein wenig mulmig zumute, ob nicht doch ein Verwandter dieses Insekt den Weg an Bord gefunden hatte, doch dem war mitnichten so, wie wir in den folgenden Wochen feststellen durften.

Nachdem alles verstaut war, hoben sowohl wir, als auch unsere Freunde den Anker und machten uns auf den Weg gen Nordwesten. Soufriere Bay auf Santa Lucia war unser nächstes Ziel. Wie schön es auf St. Lucia war, lest ihr im nächsten Beitrag.

Alles Liebe !

Gerhard und Manuela.

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Ein Kommentar

  1. Ich freue mich auf deinen neuen Blog.

    Er ist auch diesmal wieder unterhaltsam, zum Schmunzeln und informativ.

    So nehmt ihr uns mit auf eure Abenteuer.

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